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Donnerstag, 9. Januar 2014
Der Tatortreiniger
Man sollte es ja nicht für möglich halten, aber manchmal kommt sogar bei den Öffentlich-Rechtlichen etwas Gutes aus der Produktion. Und da das einer Nadel im Heuhaufen gleicht, gehören derartige Produktionen auch besonders gewürdigt. Zu nennen wäre da zum Beispiel der Weihnachts-Tatort mit Christian Ulmen. Endlich mal eine gut inszenierte Geschichte, ohne grausam überzeichnete Charaktere und Twists, die jeglicher Logik entbehren.
Zu diesen Lichtblicken gehört zweifellos auch "Der Tatortreiniger". Bjarne Mädel alias Heiko "Schotty" Schotte ist Tatortreiniger. Sein Job beginnt da, wo die Arbeit von Kripo und Spusi endet. Schotty kratzt menschliche Überreste von der Wand und beseitigt Blutlachen. Dabei stößt er auf so allerhand schräge Gestalten. Mal landet er im Vereinsheim einer rechtsextremistischen Vereinigung oder er trifft auf einen blutverschmierten Axtmörder, der sich nach qualvollen Ehejahren gerade seiner ewig nörgelnden Frau entledigt hat.
Die Serie gleicht dabei einem Kammerspiel. Das ganze Geschehen spielt sich in nur wenigen Räumen ab und lebt praktisch ausschließlich von (in der Regel) zwei Charakteren und der Dynamik zwischen ihnen. "Der Tatortreiniger" benötigt keine bombastischen Inszenierungen, um den Zuschauer zu fesseln und zu begeistern. Es sind die Figuren und Dialoge, die faszinieren und den Tatortreiniger zu einer herausragenden Sendung machen, inmitten all der belanglosen dt. Eigenproduktionen und Kopien von ausländischen Formaten.
Aber die ARD wäre schließlich nicht die ARD, wenn sie es nicht vollbrächte, selbst ein tolles Format noch zu zerstören. Erstmals ausgestrahlt wurde "Der Tatortreiniger" um Weihnachten 2011 im Nachtprogramm des NDR. Ohne besondere Vorankündigung. Dementsprechend waren dann auch die Quoten. Kaum messbar. Doch binnen kürzester Zeit entwickelte sich ein Hype im Netz um die neue Serie und auch Kritiker fanden Gefallen an dem Format.
Donnerstag, 10. Oktober 2013
ARD erneut unter Manipulationsverdacht: Wie in den Polit-Talks getrickst wird
Das Thema Flüchtlinge und Asylpolitik ist derzeit das vorherrschende Thema in den Medien. Doch speziell die Art und Weise, in der sich die Polit-Talks der ARD dem Thema widmen, ist mir sauer aufgestoßen. Hier versucht die ARD ziemlich offensichtlich, ihre Zuschauer zu manipulieren.
Schon im vorangegangenen Post über die letzte Ausgabe von Hart aber fair, erwähnte ich die auffällige Zusammensetzung der Talkrunde. Denn wieder einmal trat ein Schweizer Journalist als Antagonist auf, der sich allein gegen alle anderen Gäste und die vorherrschenden politische Meinung (links der Mitte) behaupten musste. Die Tatsache als solche ist wenig überraschend, da die Polit-Talks im Öffentlich-Rechtlichen grundsätzlich so aufgebaut sind. Auch Thilo Sarrazin wurde grundsätzlich kein Fürsprecher zur Seite gestellt.
Diese Praxis, dass in den Polit-Talks stets eine Mehrheit, die sich links der Mitte positioniert, gegen einen einzelnen Andersdenkenden in den Ring steigt, ist bereits eine Form der Manipulation. Es wird damit kommuniziert, dass der eine Gast mit seiner Meinung völlig alleine dasteht und gegen die (vor allem zahlenmäßige) Überlegenheit der anderen keine Chance hat. An einem argumentativen Austausch sind weder die Moderatoren, noch die anderen Gäste interessiert. Vielmehr wird emotionalisiert und polemisiert und nicht selten wird der Andersdenkende dann auch angefeindet und diffamiert.
Dienstag, 8. Oktober 2013
Hart aber fair: "Etwas besseres als den Tod bieten wir nicht?"
Es war schon abzusehen, dass das "Flüchtlingsdrama" von Lampedusa unweigerlich wieder zum Thema zahlreicher Polit-Talks gemacht werden würde. Ebenso wenig vermögen es der allgemeine Tenor einer solchen Sendung, sowie die Zusammenstellung der Talkrunde noch zu überraschen.
Unter einem mal wieder sehr provokanten Titel ("Tragödie am Strand - Etwas besseres als den Tod bieten wir nicht?") läutete Frank Plasberg am Montag die Talkwoche ein. Elementare Bestandteile einer solchen Sendung sind natürlich immer dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nahestehende Journalisten, die mit entsprechenden "Erfahrungswerten" zum jeweiligen Thema auftrumpfen können und so gleichzeitig für die wünschenswerte - politisch wie moralisch korrekte - Meinungsbildung zuständig sind. In diesem Fall übernahm Elias Bierdel diesen Part, schließlich setzt er sich schon seit Jahren in der Flüchtlingspolitik ein und kämpft für Menschenrechte.
Dann nimmt man gern noch einen Betroffenen mit ins Talk-Boot. Diese Rolle übernimmt häufig - sofern sie nicht gerade Taschen auf QVC anpreist - Khadra Sufi, die als somalische Diplomatentochter, später Asylsuchende und Flüchtlingskind praktischerweise gleich ein breites Spektrum an Talkthemen abdecken kann. Dann nehme man noch jemanden aus dem Entertainment-Bereich, der zusammen mit dem Betroffenen die nötige Emotionalität reinbringt, einen drögen Politiker (heißt ja schließlich Polit-Talk) und natürlich einen Antagonisten. Einen, der eine unpopuläre Meinung vertritt und auf den sich dann alle nach Herzenslust einschießen dürfen. Ironischerweise scheinen diesen Part häufig Schweizer Journalisten zu übernehmen. In Deutschland lassen sich offenbar keine Journalisten finden, die bereit sind, sich in eine rechte Ecke drängen zu lassen.
Unter einem mal wieder sehr provokanten Titel ("Tragödie am Strand - Etwas besseres als den Tod bieten wir nicht?") läutete Frank Plasberg am Montag die Talkwoche ein. Elementare Bestandteile einer solchen Sendung sind natürlich immer dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nahestehende Journalisten, die mit entsprechenden "Erfahrungswerten" zum jeweiligen Thema auftrumpfen können und so gleichzeitig für die wünschenswerte - politisch wie moralisch korrekte - Meinungsbildung zuständig sind. In diesem Fall übernahm Elias Bierdel diesen Part, schließlich setzt er sich schon seit Jahren in der Flüchtlingspolitik ein und kämpft für Menschenrechte.
Dann nimmt man gern noch einen Betroffenen mit ins Talk-Boot. Diese Rolle übernimmt häufig - sofern sie nicht gerade Taschen auf QVC anpreist - Khadra Sufi, die als somalische Diplomatentochter, später Asylsuchende und Flüchtlingskind praktischerweise gleich ein breites Spektrum an Talkthemen abdecken kann. Dann nehme man noch jemanden aus dem Entertainment-Bereich, der zusammen mit dem Betroffenen die nötige Emotionalität reinbringt, einen drögen Politiker (heißt ja schließlich Polit-Talk) und natürlich einen Antagonisten. Einen, der eine unpopuläre Meinung vertritt und auf den sich dann alle nach Herzenslust einschießen dürfen. Ironischerweise scheinen diesen Part häufig Schweizer Journalisten zu übernehmen. In Deutschland lassen sich offenbar keine Journalisten finden, die bereit sind, sich in eine rechte Ecke drängen zu lassen.
Mittwoch, 18. September 2013
Geh' nicht hin, echt jetzt! - Eine Lanze brechen für Jürgen Milski
Ich muss hier wirklich mal einen Lanz eine Lanze brechen für Jürgen Milski. Denn was da kürzlich bei Lanz über den Äther ging, brachte mich echt zur Weißglut. Jürgen Milski (muss man nicht unbedingt kennen) outete sich dort nämlich als bekennender Nichtwähler. Dass man ihn dafür nicht aus dem Studio prügelte oder an Ort und Stelle verbrannte, war aber auch wirklich alles. Insbesondere von Sophia Thomalla (muss man auch nicht kennen) - die für ProSieben in einer Art Wahl-Task-Force junge Menschen zum Wählen animieren durfte/musste/sollte - glänzte mit so geistreichen Vorwürfen wie: "Du weißt aber schon, wo die Stimmen dann hingehen, wenn du nicht wählen gehst, oder?"
Äh, Moment mal... Wenn ich nicht wählen gehe, bekommt also trotzdem jemand meine Stimme? Wollte sie das wirklich damit sagen? Das mag ja in Russland oder dem Iran so zugehen, aber nicht in Deutschland. Traurig nur, dass das der Thomalla keiner erzählt hat. Stoßrichtung ihres völlig unqualifizierten Einwands war aber vermutlich folgende. Kleine Parteien (also auch jene rechts und links der Mitte) profitieren tendenziell von einer niedrigen Wahlbeteiligung, zumindest sofern sie ihre Stammwähler trotzdem mobilisieren können. Diese These macht allerdings nur dann Sinn, wenn man voraussetzt, dass der Nichtwähler den etablierten Parteien nahe steht.
Äh, Moment mal... Wenn ich nicht wählen gehe, bekommt also trotzdem jemand meine Stimme? Wollte sie das wirklich damit sagen? Das mag ja in Russland oder dem Iran so zugehen, aber nicht in Deutschland. Traurig nur, dass das der Thomalla keiner erzählt hat. Stoßrichtung ihres völlig unqualifizierten Einwands war aber vermutlich folgende. Kleine Parteien (also auch jene rechts und links der Mitte) profitieren tendenziell von einer niedrigen Wahlbeteiligung, zumindest sofern sie ihre Stammwähler trotzdem mobilisieren können. Diese These macht allerdings nur dann Sinn, wenn man voraussetzt, dass der Nichtwähler den etablierten Parteien nahe steht.
Freitag, 30. August 2013
Menschen bei Maischberger: Der Wahnsinn hat Methode
Die Tage werden leider schon wieder kürzer und die Abende kühler, was sich für mich vor allem darin widerspiegelt, dass es mich in den Abendstunden öfter vor den Fernseher verschlägt. Und was ich da immer sehen muss sehe, ist selten gut und wird wohl auch nicht mehr besser.
Am Dienstag talkte Sandra Maischberger mit ihren Gästen zum leidigen Thema Asyl. Allein der Titel der Sendung - "Wut auf Asylbewerber: Sind wir Ausländerfeindlich?" - ist so typisch für die Bigotterie der Öffentlich-Rechtlichen. Ich kann mir da irgendwie nicht helfen, einerseits Platz mir schon der Kragen, wenn ich Michel Friedman mit erhobenem Zeigefinger predigen höre, was für eine Schande es doch ist, wie wir Deutschen Flüchtlinge bzw. Asylbewerber behandeln. Absolut menschenunwürdig nämlich, so Herr Friedman. Andererseits bleibe ich dann doch bei der Sendung hängen, nur um mich noch mehr aufzuregen...
Dienstag, 5. Februar 2013
Apple im ARD-Markencheck
Gemeinhin sollte man annehmen können, dass die
Öffentlich-Rechtlichen ihrem Auftrag nachkommen, uns Bürger korrekt, unabhängig
und qualitativ hochwertig zu informieren. Der Zuschauer kann unzählige
Informationen von Reportagen nicht selbst nachprüfen und muss sich somit wohl
oder übel auf die Methoden des investigativen Journalismus verlassen.
Nun hat die ARD ihre Glaubwürdigkeit mit dem gestrigen
Markencheck jedoch stark unterminiert. Kürzlich hatte sich bereits der Konzern
TUI über eine nicht repräsentative und einseitige Darstellung beschwert. Sollte
der Vorwurf stimmen, so wäre das ein schwerer Schlag für die Kredibilität des
Formats. Dass TUIs Protest womöglich nicht ganz unbegründet ist, lässt der
neuste ARD-Markencheck vermuten.
Sonntag, 20. Januar 2013
Zwangsfinanziertes Trash-TV: "Wetten, dass..?"
Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen.
Die Sendung „Wetten, dass..?“ scheint diesem ungeschriebenen Gesetz jedoch zu
trotzen. Und das seit nunmehr 32 Jahren. Dabei ist die familiäre Samstagabendunterhaltungsshow
längst tot. Die Zeiten, in denen die
Show regelmäßig mehr als 20 Millionen Menschen vor den Bildschirm lockte, sind
Geschichte. Dennoch hält das ZDF unbeirrt an diesem Format fest. – Zu Unrecht,
wie auch die gestrige Sendung wieder einmal demonstrierte.
Zugegeben, die Show war schon zu Gottschalks Zeiten gespickt
von Peinlichkeiten und Fremdschämmomenten. Doch es scheint, als sei das ZDF
fest entschlossen, sich im Niveaulimbo-Wettkampf gegen die private Konkurrenz durchzusetzen.
Das beginnt damit, dass jeder Wettkandidat in einem Einspielfilmchen
vorgestellt wird. Mit der Wette an sich hat das meist gar nichts zu tun,
vielmehr werden die Kandidaten in ihrem angeblichen alltäglichen Umfeld präsentiert.
Moment, das kennen wir doch. Richtig, genauso stellt ProSieben seit Jahren die
potentiellen Gegner Raabs vor.
Doch während man bei Raabs Einspielfilmchen schon mal das
Gefühl hat, Chuck Norris sei nicht der einzige Übermensch, stellt uns Lanz ein
übles Klischee vor. Einen asitoastergebräunten, gegelten Hobby-Bodybuilder und
–Wrestler, der davon träumt einmal Schönheitschirurg zu werden, um dann nicht
minder klischeebehafteten Vertretern des anderen Geschlechts die Brüste zu
vergrößern. Und nein, ich habe mich nicht im Sender vertan.
Bei „Wetten, dass..?“ gibt es eben keine Übermenschen, Cindy
einmal ausgenommen. Bei der ist es jedoch eher die horizontale Übergröße, die sie zum
Übermenschen dieser Sendung macht. Aber über im Sinne von überall überflüssig.
Ich bin dieser Übergewichtigen überaus überdrüssig und überall und überhaupt
würde ich dieses Übergewicht zu einem überschallschnellen Übergang oder besser
Abgang überreden.
Lanz ist ja schon peinlich genug. Diese Gesprächstechnik und
diese dummen Fragen („Wie ist es einen Oskar zu gewinnen?“) sind wirklich nur
schwer zu ertragen. Die Gäste tun da ihr übriges. Was interessiert es mich, ob
der Schweighöfer nun Flugangst hat und drei Minuten darüber schwadroniert? Noch
viel weniger interessiert es mich, dass Ralf Schmitz in seiner Kindheit
Strumpfhosen getragen hat. Das ist so furchtbar belanglos, so grauenvoll
ermüdend, dass ich mir die Fernbedienung wie eine Pistole an den Kopf halte,
während ich weiterzappe.
Ich weiß nicht, wie viel man trinken muss, um Ralf Schmitz
lustig zu finden. Wie er da so endlos ohne Punkt und Komma daherredet und es einfach
nicht versteht eine Pointe zu setzen. Und wen es amüsiert, wie Schmitz dann
ungelenk im Tutu über die Bühne springt, der lacht wohl auch über den
Tortengag. Ein dankbares Publikum ist das. Eines, das eben auch eine furchtbar
hässliche, fette Frau im pinken Strampler lustig findet.
Hahahaha, die ist ja soooo witzig. So schön selbstironisch,
hahaha. Nein, das ist nicht lustig! Die fette, arbeitslose Ilka Bessin aus der
Plattenbausiedlung schminkt sich noch ein bisschen hässlicher, als sie ohnehin
schon ist, quetscht sich in billige, peinliche Klamotten und redet noch ein
bisschen prolliger daher, als sie in Wahrheit ist und fertig ist die Kunstfigur
Cindy. Ja, das reicht schon, um hierzulande berühmt und erfolgreich zu sein.
Nein, es reicht sogar, um die erfolgreichste Frau im deutschen Fernsehen zu
werden. Welch ein Armutszeugnis!
Und das Traurigste ist wirklich, dass selbst vermeintlich
anspruchsvollere Medien wie Spiegel Online und Sueddeutsche.de diese Person
heute noch über den grünen Klee loben. Sie sei der einzige Lichtblick der Show.
Was ist bloß los mit den Leuten?
Es gibt sicherlich viele Arten von Humor, aber Cindy gehört
sicher nicht dazu. Es ist immer und immer wieder der gleiche Schwachsinn. Diese
Frau kann ja gar nichts anderes als diese eine langweilige, ausgelutschte und
eben überhaupt nicht komische Rolle. Und im Übrigen ist selbst diese eine Rolle
nur ein billiger Abklatsch.
Die einzig wahre prollige Ghettoschlampe ist nämlich Vicky
Pollard! Und der Unterschied ist gewaltig. Zwar verkörpern auch Matt Lucas und
David Walliams in ihren Little-Britain-Sketchen stets primitive Figuren - von
denen jede ihre eigene Catch-Phrase hat - aber dabei sind die beiden extrem
wandlungsfähig. Jeder verkörpert etwa ein Dutzend Figuren. Cindy ist Cindy.
Immer und überall. Und das seit ca. acht Jahren. Es ist der immer gleiche
Aufguss, der schon beim ersten Mal wenig erfrischend und alles andere als geschmackvoll war.
Wenn dieses fleischgewordene pinke Wollknäuel nun durch Sendungen im Privatfernsehen rollt, dann kann mir das ja noch herzlich egal sein, aber wenn das ZDF zwangsfinanzierten Bullshit mit diesen Trash-TV-Ikonen fabriziert, dann bringt mich das verdammt noch mal zur Weißglut!
Mittwoch, 16. Januar 2013
Same Procedure As Every (Mon)day
Ich kann es einfach nicht mehr sehen! Das allabendliche
Fernsehbild nervt. In meiner Verzweiflung bleibe ich immer öfter bei den
Öffentlich-Rechtlichen hängen. Man sollte doch annehmen dürfen, dass bei einem
acht Milliarden Euro Etat zumindest zur Prime-Time mal etwas Vernünftiges dabei
herausspringt. Dem ist aber leider nicht so.
Was für ein grauenhaft schlechter Tatort war das am Sonntag?
Schlechtes Drehbuch, schlechte Szenerie und auch furchtbar schlechte und blasse
Darsteller. Jeder Filmstudent stellt mit geringeren Mitteln wesentlich interessanteres auf die Beine.
Mangels Alternativen zappte ich am Montag auch wieder bei
Plasberg rein. Und erneut war es eine grauenhaft lahme Talkrunde. „Blitzer,
Steuern, City-Maut – Freie Fahrt nur für reiche Bürger?“ Immer diese dämlichen
Themen, die so überkandidelt klingeln, als stammten sie geradewegs aus der
Feder eines RTL-Explosiv-Redakteurs.
Eine Reich-Arm-Debatte blieb den Zuschauer dann jedoch glücklicherweise
erspart. Stattdessen wurden mal wieder die gängigsten Klischees bedient. Da
waren das testosterongelandene Vierkant mit dem grauenhaften Modegeschmack und
die ehemalige Rallyfahrerin, die sich für die Rechte der Autofahrer stark
machten. Für Tempolimit, Blitzer und City-Maut sprachen sich dagegen Harald
Schmidts Ex-Sidekick und überzeugter Fahrradfahrer Manuel Andrack sowie der grüne
Oberbürgermeister Tübingens aus.
Komplettiert wurde die Runde von Peter Ramsauer, der vor
allem sich und seine Verkehrspolitik lobte. Das hätte er bei Jauchs
Flughafen-Talk wohl schwerlich gekonnt, vermutlich hatte er seine Teilnahme
deshalb dort abgesagt.
Tja, was soll man dazu sagen? Die einen wollen freie Fahrt
für freie Bürger, die anderen beklagen sich über Raser und wollen die guten
Bürger vor diesen gemeingefährlichen Rasern schützen. Verhärtete Fronten und
jedes Statement wurde schon unzählige Male gehört.
Was mich bei solchen Diskussionen aber immer zur Weißglut
bringt, sind Leute wie Andrack und Palmer, die in ihren Städtchen schön mit dem
Radel verkehren oder sich bei miesem Wetter auch mal ein Taxi gönnen und sich
daher in moralischer Überlegenheit wähnen. Schön für euch! Aber es gibt eben
auch Leute, die täglich etliche Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz
pendeln müssen. Was maßen sich diese Radfahrer an, anderen Menschen
Vorschreibungen machen zu wollen, von denen sie selbst nicht oder nur selten
betroffen sind?
Das ist in etwa so, als wenn der Papst die Sexualmoral definierte.
Wie, das tut er auch? Also das ist ja... Das kann doch nicht...
Lassen wir das. Es ist ja doch immer das gleiche leere
Geschwätz, das uns in diesen Talkrunden so vorgesetzt wird. Und so langsam
dolcht mich, dass diese seichte Unterhaltung ganz genau das Ansinnen von
Öffentlich-Rechtlichen und Politikern ist. Man nehme ein streitbares, aber im
Prinzip belangloses Thema, suggeriere den Zuschauern ihre Stimme fände Gehör,
in dem man ein paar Statements zusammenhangslos vorliest und fertig ist die
Abendunterhaltung.
Politiker erhalten so die Gelegenheit, sich dem Elektorat zu
präsentieren und ein paar mediengeile Fernsehsternchen können abseits ihrer
sonstigen Sendezeit ein bisschen an ihrem Image feilen. Alles schön einfach
verpackt, möglichst unaufgeregt und konsensfähig. Bloß keine schlafenden Hunde
wecken. Umarmt den Status quo. Und ehrlich gesagt, nach so einschläfernden
Sendungen fällt es mir auch immer schwerer, mich überhaupt noch darüber aufzuregen...
Dienstag, 8. Januar 2013
Plasbergs lahmer Talk über Lebensmittel
Am Montag diskutierte Frank Plasberg mit seinen Gästen zum
Thema: „Die Supermarkt-Lüge – Wie gut und fair kann günstig sein?“ Trotz der
eigentlich viel zu kurz gegriffenen Versteifung auf Supermärkte, hätte es durchaus
interessant werden können. Doch leider verließ die Diskussion nur selten das
Fahrwasser der Banalität.
Das mag mitunter auch an der Auswahl der Gäste gelegen
haben. Während die Vertreter der Industrie sowie des Handels in Person von Stefan
Genth und Jürgen Abraham in die Sendung passten und ihre Sache durchaus zu
verkaufen wussten, blieben die Verfechter des „guten“ Essens leider vollkommen
blass. Bezeichnend, dass Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks, Koch Vincent
Kling und Kabarettist Bernd Stelter allesamt auf der Gehaltsliste der
Öffentlich-Rechtlichen stehen. Das nennt man dann wohl selbstreferentiell.
Vincent Kling hatte zwar den einen oder anderen Lacher auf
seiner Seite, versagte aber beim Geschmackstest von Bio- und Supermarktfleisch.
Auch die Schilderung des Speiseplans (u.a. Grieß- und Haferbrei) seiner
92-jährigen Schwiegermutter, ließ dem Zuschauer nicht gerade das Wasser im Mund
zusammenlaufen.
Bernd Stelter dagegen legte besonderen Wert auf
Wursttheken-Romantik. Dass die Qualität dieses Fleisches nicht besser ist als
die des abgepackten Äquivalentes, bedarf dabei keiner weiteren Erläuterung. Der
höhere Preis der Thekenprodukte rechtfertigt sich jedoch durch den höheren
Personalaufwand, wie Jürgen Abraham einwarf. Was nun eigentlich Stelters
Anliegen war, blieb ihm vermutlich selbst schleierhaft.
Derweil diskreditierte sich Yvonne Willicks permanent selbst.
Ihre redundante Forderung nach mehr Produkt-Informationen auf Verpackungen wirkte
geradewegs penetrant und veranlasste einen Zuschauer zu einem süffisanten
Kommentar auf facebook. „Frau Willicks möchte am liebsten noch auf der
Verpackung stehen haben, welche Hobbys der Bauer hat.“
Dass Louisiana-Flusskrebse nicht etwa aus dem Mississippi,
sondern aus Binnenfischerei in China stammen, vermag heutzutage nicht wirklich
zu verwundern. Ebenso finden Lachse und Forellen aus Aquakulturen in Norwegen
bzw. Polen den Weg in die Supermarktregale. Das ist lediglich das Äquivalent
zur Massentierhaltung von Hühnern, Kühen und Schweinen. Anders lässt sich die
enorme Nachfrage aber wohl gar nicht mehr decken. Ob dies ethisch und
ökologisch vertretbar ist, steht auf einem anderen Blatt.
Leider verpasste es die Talkrunde auf die wirklichen
Verbrauchertäuschungen und Lügen der
Industrie einzugehen. Natürlich bewegen sich diese in einem gesetzlichen
Rahmen, aber das liegt selbstverständlich auch an der Lobbyarbeit der
Lebensmittelindustrie. Wirklich katastrophal ist es doch, wenn ein Lebensmittel
suggeriert etwas zu sein, was es de facto nicht ist.
Fruchtjoghurt beispielsweise, der mit den Abbildungen
herrlicher Früchte auf den Deckeln lockt und mit gesundheitsfördernden
Joghurtkulturen wirbt. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe und die Nährwertangaben
aber verrät, dass diese Joghurts zu einem Großteil aus Zucker bestehen und der
Geschmack ausschließlich (natürlichen) Aromen zuzuschreiben ist. Das ist Verbrauchertäuschung!
In Fällen wie diesen wirkt der von Herrn Abraham ins Feld
geführte „mündige Verbraucher“ geradewegs lächerlich. Selbstverständlich
schmeckt der Joghurt bei den zugesetzten Aromen und all dem Zucker. Das ist
aber auch kein Wunder. Jeder Chemie-Lehrer könnte Naturjoghurt mit Zucker und
ein paar Tröpfchen Chemie in einen leckeren Joghurt verwandeln. Die Frage ist
nur, ob wir das wirklich wollen.
Tragischerweise aber haben wir in diesem Fall z.B. nur die
Wahl zwischen Kauf und Nicht-Kauf, die große Produktvielfalt ist nämlich nur
eine trügerische Wahlfreiheit. Selbst höherpreisige Marken wie Landliebe oder
Weihenstephan benutzen Aromen. In keinem einzigen Supermarkt fand ich bisher einen
natürlichen Fruchtjoghurt ohne zugesetzte Aromastoffe. Ebenso werden
vermeintlich hochwertige Produkte wie z.B. Bertolli-Pesto mit billigen
Inhaltsstoffen gestreckt. Dass Kartoffelflocken in einem echten Pesto nichts
verloren haben, dürfte nicht nur Italienern bekannt sein.
Selbst mit Bio-Produkten wird enorm viel Schindluder
getrieben. Wie kann es sein, dass Bio-Honig laut Etikett aus EG- und
nicht-EG-Ländern zusammengemixt wird? Einzig der wesentlich teurere echte dt. Imker-Honig
ist qualitativ hochwertig und als regional vertriebenes Produkt ökologisch
vertretbar (obwohl er kein Bio-Siegel trägt). Wie ist es zu rechtfertigen, dass
Bio-Kartoffeln in Ägypten angebaut und dafür Unmengen kostbaren Wassers
verschwendet werden, während in Deutschland gleichzeitig Ackerland brach liegt
und sogar Kartoffeln vernichtet werden müssen? – Was hat das noch mit Ökologie
zu tun?
Fettreduzierte Milchprodukte enthalten häufig einen höheren
Zuckeranteil, um den Geschmack beizubehalten. Und das, obwohl der menschliche
Organismus wesentlich besser Fett verarbeiten kann als Zucker. All so etwas
kann man nur wissen, wenn man zufällig darüber gestolpert ist oder darauf
hingewiesen wird. Die Industrie aber wünscht sich unmündige und unkritische
Verbraucher.
Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass insbesondere für
Kinder beworbene Lebensmittel, wie Kellogg’s Müsli, Milchschnitte oder
Capri-Sonne viel zu große Mengen an Zucker und Kalorien enthalten. Auf diese
Weise züchtet sich die Industrie schon die Kunden von morgen. Es ist
schließlich auch kein Geheimnis, dass Zucker zu Heißhungerattacken und damit zu
mehr Konsum führt. Darüber hinaus sind die zuckerhaltigen Produkte natürlich
auch wesentlich teurer als beispielsweise Obst oder Gemüse.
Aber über all dies verlor die Talkrunde kein Wort. Warum hat
man Herrn Abraham als Vertreter für Firmen wie Nestlé und Kraft nicht auf diese
Verbrauchertäuschungen und Lügen der Industrie festgenagelt? Warum ließ man
Herrn Genth nicht erklären, wieso Waren aus dem Ausland, die unter
katastrophalen ökologischen Umständen hergestellt werden, den Weg ins Regal
schaffen, während heimische Produzenten ihre Ware vernichten müssen?
Und auf die TV-Combo aus Koch, Hauswirtschafterin und
Abspeck-Komiker hätte man getrost verzichten können. Sie trugen rein gar nichts
zur Diskussion bei. An ihrer Stelle wären Lebensmitteltechniker,
Verbraucherschützer, Vertreter von relevanten Verbänden wie z.B. Foodwatch oder
Greenpeace und vor allem auch Politiker die wesentlich interessanteren Gäste
gewesen.
Wieder einmal haben uns die Öffentlich-Rechtlichen
eindrucksvoll vor Augen geführt, dass hohe Kosten nicht immer mit guter
Qualität einhergehen. Die Banalität der gestrigen „Hart aber fair“-Sendung steht
hierfür exemplarisch.
Montag, 12. November 2012
Absolute Mehrheit: Raabs Politainment-Show
So versammelte Raab
also vier mehr oder minder prominente Politiker und eine Jungunternehmerin auf
seinem Sofa, die er dann breitbeinig und in gewohnter TV-Total-Manier zu drei
Themengebieten interviewte. Währenddessen konnte das Publikum per Anruf oder
SMS kostenpflichtig für die Gäste abstimmen. Sofern es einem Gast gelingt nach
drei Runden mehr als 50 Prozent der Stimmen hinter sich zu bringen, winken
100.000 Euro Preisgeld.
Ein irgendwie
äußerst skurriles Format, das bereits im Vorfeld auf viel Kritik stieß. Votings
sind den Zuschauern des Privatfernsehens zwar alles andere als fremd (hier hat
sich die Unterhaltungsindustrie vor langer Zeit eines politischen Instruments
bedient), doch geht es dabei üblicherweise darum, die Gewinner diverser
Castingshows zu küren oder C-Prominenz zum Kakerlaken-Wettessen antreten zu
lassen. Dass politische Akteure allerdings in einem TV-Studio um ein Preisgeld
und die Gunst des Publikums konkurrieren, das hat schon etwas von einem
Gladiatorenkampf im Kolosseum, mit Raab als Imperator.
Insbesondere
Talkgast Jan van Aken (Die Linke) schien tatsächlich – einem Gladiator gleich -
um sein (politisches) Überleben „kämpfen“ zu wollen. Immer wieder wandte er
sich dem Publikum direkt zu, als bettelte er geradewegs um Anerkennung. Gerade
bei ihm wäre es spannend gewesen, zu erfahren, was er mit dem Preisgeld
angestellt hätte. Es scheint jedenfalls ähnlich wie bei den Bochumer
Stadtwerken keine Spendenvereinbarung zu existieren.
Leider blieb die
spannendste Frage des Abends (Verwendungszweck des Preisgelds) jedoch
unbeantwortet, da niemand die „absolute Mehrheit“ hinter sich bringen konnte.
Ansonsten langweilte der Talk mit den üblichen politischen Phrasen („Wenn wir
dieses Land sozial gestalten wollen, brauchen wir ein Bündnis der Starken und der
Schwachen.“ – Thomas Oppermann (SPD)) und aufreizend polemischen
Einspielfilmchen. Michael Fuchs (CDU) analysierte dann noch messerscharf die
Sonnenscheindauer Andalusiens und Griechenlands. Dort scheint die Sonne nämlich (wer hätte das gedacht?) öfter/länger als hierzulande und daher wäre die Solarstromausbeute dort auch viel höher. Logisch,
oder?!
Eine wirklich
interessante Diskussion hätte aber ohnehin nie wirklich aufkommen können, weil
Raab alle fünf bis acht Minuten einfach unterbrach, um mit Peter Limbourg die
spannenden Zwischenstände im Zuschauer-Voting zu verkünden. Letztgenannter
konkurrierte zwar nicht um das Preisgeld, wollte sich aber wohl unbedingt für
die goldene Kniescheibe bewerben. „Sie können auch Politik“, schmeichelte er
Raab, als gehörte diesem mittlerweile die ganze Sendergruppe.
Unter dem
Quotenaspekt (11,6 Prozent Marktanteil) mag der Auftakt ja durchaus geglückt
sein, inhaltlich war es aber lediglich ein weiterer Schritt in der
Entertainisierung der Politik. Es ziemt sich einfach nicht für einen
Volksvertreter, in Raabs TV-Arena um ein Preisgeld zu kämpfen. Andererseits
wirkt Raab, der sonst mit Sendungen wie „TV Total Turmspringen, Pokerstars,
Wok-WM, Quizboxen, Autoball oder BallBall“ aufwartet, als Polit-Talker wenig
authentisch. Kurzum, die Sendung „Absolute Mehrheit“ ist sicherlich kein Gewinn für
die TV-Landschaft, sondern absolut entbehrlich.
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Verehrung der Einfältigkeit
Wie schlecht muss es um eine Gesellschaft bestellt sein, in der ein äußerst einfältiger junger Mann über Nacht berühmt wird, weil er bei Günther Jauch auf dem Ratestuhl saß? Dabei fiel er nicht etwa durch Wissen, Witz und Charme auf, vielmehr sorgten seine Torheit und der mehr als nachlässige Umgang mit der deutschen Sprache für Fremdschämmomente.
Und doch begeistern sich plötzlich Tausende für einen Berliner Kiosk-Besitzer. Menschen wollen Autogramme und Fotos, keine Zeitung, die nicht über ihn berichtet, über 20.000 Likes auf Facebook und weitere TV-Auftritte bei „Stern-TV“, „Markus Lanz“ und demnächst auch noch bei „Wetten dass?“.
Paradoxerweise scheint die Attraktion selbst noch der normalste Mensch in diesem Zirkus zu sein, schließlich ist ihm der Hype um seine eigene Person völlig schleierhaft. Sicher, das könnte auch dem mangelnden Intellekt geschuldet sein, doch was die Selbsteinschätzung betrifft, hatte Aaron Troschke im Talk mit Lanz einen Moment erstaunlicher Klarheit: „Ich kann absolut gar nichts“.
Wie Recht er damit doch hat. Nur Dank Jauchs wohlwollender Hilfe kam der Berliner darauf, dass ein Tunnelzug gedacht ist, die Hose am Körper zu halten oder dass das Wort „ungemein“ synonym zu „äußerst“ und „enorm“ genutzt wird. Rechnen gehört ebenfalls nicht gerade zu den Stärken des Kiosk-Besitzers, setzte er doch 10/9 mit 90 Prozent gleich.
Das war dann auch gleichzeitig das Signal für mich – trotz Langeweile – abzuschalten. Reicht es nicht, dass man sich in diversen Casting-Formaten schon über die Dummheit und die Talentfreiheit von Menschen lustig macht? Sollte das Fremdschämen auch fester Bestandteil von Quizsendungen sein? Warum überhaupt glauben ungebildete Menschen, in einer Sendung, in der es um Quizwissen geht, punkten zu können?
Paradoxerweise scheint die Attraktion selbst noch der normalste Mensch in diesem Zirkus zu sein, schließlich ist ihm der Hype um seine eigene Person völlig schleierhaft. Sicher, das könnte auch dem mangelnden Intellekt geschuldet sein, doch was die Selbsteinschätzung betrifft, hatte Aaron Troschke im Talk mit Lanz einen Moment erstaunlicher Klarheit: „Ich kann absolut gar nichts“.
Wie Recht er damit doch hat. Nur Dank Jauchs wohlwollender Hilfe kam der Berliner darauf, dass ein Tunnelzug gedacht ist, die Hose am Körper zu halten oder dass das Wort „ungemein“ synonym zu „äußerst“ und „enorm“ genutzt wird. Rechnen gehört ebenfalls nicht gerade zu den Stärken des Kiosk-Besitzers, setzte er doch 10/9 mit 90 Prozent gleich.
Das war dann auch gleichzeitig das Signal für mich – trotz Langeweile – abzuschalten. Reicht es nicht, dass man sich in diversen Casting-Formaten schon über die Dummheit und die Talentfreiheit von Menschen lustig macht? Sollte das Fremdschämen auch fester Bestandteil von Quizsendungen sein? Warum überhaupt glauben ungebildete Menschen, in einer Sendung, in der es um Quizwissen geht, punkten zu können?
Wieso begeistern sich Menschen und Medien für einen solchen Kreisligaverstand? Einst verlor er seinen Job, weil er in einem Getränkemarkt arbeitend Pfandbetrug beging, für eine Beute von drei Euro. Doch anstatt eine solche Dummheit zu tadeln, erntete Troschke Applaus vom Publikum. Ein anderer Talkgast kommentierte die Aktion des Pfandbetrugs gar als „clever“. Und das frei von jeglicher Ironie!
Als wäre es nicht dumm genug, seinen Arbeitgeber zu betrügen und einen Jobverlust wegen drei Euro zu riskieren, war er ja auch noch so dumm, sich dabei erwischen zu lassen. Nein, „clever“ war das nun wirklich nicht und Beifall hat eine solche Handlung erst recht nicht verdient! Ebenso wenig Troschkes letzter Facebook-Post. Wie kann man die deutsche Sprache nur so vergewaltigen? Rechtschreibung ist doch kein Open Source Programm!
Eine Gesellschaft, die Dummheit und Einfältigkeit preist, ist krank. Sie suggeriert, dass es sich dabei um wünschenswerte Zustände handelt und setzt damit gefährliche und kontraproduktive Reize. Andererseits verleitet sie gebildete Individuen dazu, sich angewidert von der Gesellschaft abzuwenden. Womöglich schwebte Goethe eine solche Gesellschaft vor, als er Mephisto sagen ließ: „[...] alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht.“
Als wäre es nicht dumm genug, seinen Arbeitgeber zu betrügen und einen Jobverlust wegen drei Euro zu riskieren, war er ja auch noch so dumm, sich dabei erwischen zu lassen. Nein, „clever“ war das nun wirklich nicht und Beifall hat eine solche Handlung erst recht nicht verdient! Ebenso wenig Troschkes letzter Facebook-Post. Wie kann man die deutsche Sprache nur so vergewaltigen? Rechtschreibung ist doch kein Open Source Programm!
Eine Gesellschaft, die Dummheit und Einfältigkeit preist, ist krank. Sie suggeriert, dass es sich dabei um wünschenswerte Zustände handelt und setzt damit gefährliche und kontraproduktive Reize. Andererseits verleitet sie gebildete Individuen dazu, sich angewidert von der Gesellschaft abzuwenden. Womöglich schwebte Goethe eine solche Gesellschaft vor, als er Mephisto sagen ließ: „[...] alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht.“
Donnerstag, 6. September 2012
Precht – Eine ZDF-Inszenierung des Gala-Philosophen
Am Sonntag startete das ZDF seine neue Philosophie-Talk-Reihe mit Richard David Precht. Selbstverständlich nicht, ohne große Ankündigungen und Vorschusslorbeeren für den Bestsellerautor. Das Thema der ersten Sendung wirkte nicht weniger hochtrabend und reißerisch: „Skandal Schule – Macht Lernen dumm?“
Was Precht und das ZDF dem Publikum dann boten, waren jedoch Plattitüden und Parolen auf Stammtischniveau. 45 Minuten, in denen Precht und sein Talkgast, der Hirnforscher und Schulkritiker Gerald Hüther, vorformulierte Sätze wiedergaben und sich gegenseitig in ihrer vorgefertigten, undifferenzierten Meinung bestätigten. Die ganze Sendung stand im krassen Widerspruch zur geäußerten Kritik. Kreativität, Originalität und Frische fehlen offenbar nicht nur im Schulsystem, sondern in eklatanter Weise auch in Prechts eigener Sendung.
Zu leblos, zu gewollt, zu inszeniert war der Talk, als dass er es vermocht hätte, zu inspirieren. Alternative Ideen zum System oder gar Lösungen hatten die beiden nicht parat. Das Konzept der Sendung erinnerte eher an eine amerikanische Wahlkampfveranstaltung als an philosophische Gedankenspielchen. Der politische Gegner wird hemmungslos mit Schmutz beworfen, in der Hoffnung, sich beim Wähler auf diese Weise zu profilieren und in dessen Gunst besser zu stellen. „Negative Campaigning“ nennt sich diese Strategie - müßig zu erwähnen, dass es die primitivste und niederträchtigste Form des (Wahl)Kampfs ist.
In den Augen der beiden Chefkritiker hat das deutsche Schulsystem in dieser Form keine Zukunft. Potentiale der Kinder würden nicht nur nicht gefördert, sie würden sogar zerstört. Auch Kreativität und selbstständiges Denken seien unerwünscht. Ein solches System könnten wir uns gar nicht länger leisten, da das Lernen keinen Spaß machte und das Gelernte aufgrund fehlender emotionaler Verknüpfungen auch schnell wieder in Vergessenheit gerate. Vermittelt würden die falschen Inhalte von den falschen Leuten.
Hüther wartete sogar mit der äußerst eigenwilligen These auf, jedes Kind sei auf seine eigene Weise hochbegabt. Endgültig disqualifizierte er sich aber, als er eine Kausalität zwischen dem Schulsystem und Alkoholismus ausgemacht haben wollte. Von der Wissenschaft hatten sich Precht und Hüther zu diesem Zeitpunkt bereits meilenweit entfernt. Überhaupt, hatten sie es zu keiner Zeit darauf abgesehen, das Thema sachlich korrekt zu analysieren. Der interessierte Zuschauer wünschte sich verzweifelt ein Gegengewicht zu dieser einseitigen und oberflächlichen Systemschelte, wurde aber nicht erhört.
Das deutsche Schulsystem ist sicherlich reformbedürftig. Aber zunächst einmal muss doch die Frage gestattet sein, warum Änderungen nötig sind. War das Schulsystem immer schlecht? Wie ist es möglich, dass Deutschland trotz eines solchen Schulsystems z.B. eine Spitzenposition bei der Anmeldung von weltmarktrelevanten Patenten innehat? (Im Vergleich zu den USA sind es sogar doppelt so viele pro Einwohner)
Das System hat der Gesellschaft in der Vergangenheit also durchaus gute Dienste geleistet. Sind möglicherweise veränderten Rahmenbedingungen dafür verantwortlich, dass heute 5-10% der Schulabgänger ohne Abschluss bleiben? Vielen Schulanfängern fehlt es mittlerweile an den elementarsten Dingen: Erziehung und Sprachkenntnissen. Erziehung ist das Fundament jeglicher Bildung. Ist ein Kind nicht beschulbar, wird es die Grundlagen nicht erlernen können und jede höhere Bildung wird ihm verwehrt bleiben.
Ein bekannter Hundetrainer sagte kürzlich, dass man einem Hund kaum Schlimmeres antun könnte, als ihn nicht oder nur unzureichend zu erziehen. Der Hund wäre völlig unfrei, müsste ein Dasein an der Leine und im heimischen Umfeld fristen. Beim Menschen ist das kaum anders. Ein Kind, das keine vernünftige Erziehung genossen hat, nicht gelernt hat zu gehorchen, Autoritäten und andere Menschen zu akzeptieren, wird ebenfalls die Freiheit versagt bleiben, sich entfalten zu können.
Doch kann die Schule überhaupt mögliche Versäumnisse in der Erziehung und Lücken in der Primärsozialisation kompensieren? Die Primärsozialisation ist mit emotionaler Identifikation verbunden und daher prägender und tiefer verwurzelt als die sekundäre Sozialisation. Möglichkeiten der Schule, korrigierend einzugreifen sind also zumindest limitiert.
Schule sollte Anleitung zur Selbstbildung sein, darin waren sich immerhin auch die beiden Chefankläger einig. Dazu ist aber das Erlernen von Lese- und Rechtschreibkompetenzen sowie mathematischer Grundlagen unerlässlich. Und gerade diese Fähigkeiten eignet man sich nur durch ständiges repetieren an. Man kann den Kindern das Erlernen dieser Kompetenzen nicht freistellen. An dieser Stelle ist kein Raum für Kreativität. Eine Anleitung durch einen Lehrer ist hier wenn nicht notwendig, so doch zumindest sinnvoll.
Kinder müssen auch Kinder sein dürfen. Man sollte sie nicht mit den Problemen der Erwachsenen belasten. Das sind zwar auch Plattitüden, ich versuche jedoch, sie in den folgenden Sätzen mit Bedeutung zu füllen. Es dauert sehr lange, bis ein Kind selbst entscheiden kann, was gut für es ist. Und bis es soweit ist, müssen Eltern und Lehrer dies bestimmen. Kinder haben kein Selbstbestimmungsrecht und müssen auch nicht jede Erfahrung „selbstständig“ machen. Oder sollte ein Kind etwa selbst herausfinden, wie es am besten eine befahrene Straße überquert? Das Kind, dem das Überqueren beigebracht wurde, dürfte einen entscheidenden evolutionären Vorteil gegenüber anderen haben – es lebt!
Wenn der Grundstein zur Selbstbildung gelegt wurde, ist freilich ein selbstständigeres, kreativeres Lernen möglich und auch wünschenswert. Bis dahin ist es jedoch ein weiter und beschwerlicher Weg. Und um auf einem Gebiet herausragende Leistungen abrufen zu können, sind ständiges Training und unzählige Wiederholungen erforderlich.
Philosophisch war der neue Spät-Talk im ZDF wahrlich nicht. Doch Precht ist längst im Boulevard angekommen, hat es sich im Fernsehen gemütlich gemacht und lacht von Hochglanzseiten. Precht, das ist vor allem eine Marke. Ein Produkt der Kulturindustrie, das sich dem Publikum anbiedert und nach dessen Aufmerksamkeit und Anerkennung giert.
Was Precht und das ZDF dem Publikum dann boten, waren jedoch Plattitüden und Parolen auf Stammtischniveau. 45 Minuten, in denen Precht und sein Talkgast, der Hirnforscher und Schulkritiker Gerald Hüther, vorformulierte Sätze wiedergaben und sich gegenseitig in ihrer vorgefertigten, undifferenzierten Meinung bestätigten. Die ganze Sendung stand im krassen Widerspruch zur geäußerten Kritik. Kreativität, Originalität und Frische fehlen offenbar nicht nur im Schulsystem, sondern in eklatanter Weise auch in Prechts eigener Sendung.
Zu leblos, zu gewollt, zu inszeniert war der Talk, als dass er es vermocht hätte, zu inspirieren. Alternative Ideen zum System oder gar Lösungen hatten die beiden nicht parat. Das Konzept der Sendung erinnerte eher an eine amerikanische Wahlkampfveranstaltung als an philosophische Gedankenspielchen. Der politische Gegner wird hemmungslos mit Schmutz beworfen, in der Hoffnung, sich beim Wähler auf diese Weise zu profilieren und in dessen Gunst besser zu stellen. „Negative Campaigning“ nennt sich diese Strategie - müßig zu erwähnen, dass es die primitivste und niederträchtigste Form des (Wahl)Kampfs ist.
In den Augen der beiden Chefkritiker hat das deutsche Schulsystem in dieser Form keine Zukunft. Potentiale der Kinder würden nicht nur nicht gefördert, sie würden sogar zerstört. Auch Kreativität und selbstständiges Denken seien unerwünscht. Ein solches System könnten wir uns gar nicht länger leisten, da das Lernen keinen Spaß machte und das Gelernte aufgrund fehlender emotionaler Verknüpfungen auch schnell wieder in Vergessenheit gerate. Vermittelt würden die falschen Inhalte von den falschen Leuten.
Hüther wartete sogar mit der äußerst eigenwilligen These auf, jedes Kind sei auf seine eigene Weise hochbegabt. Endgültig disqualifizierte er sich aber, als er eine Kausalität zwischen dem Schulsystem und Alkoholismus ausgemacht haben wollte. Von der Wissenschaft hatten sich Precht und Hüther zu diesem Zeitpunkt bereits meilenweit entfernt. Überhaupt, hatten sie es zu keiner Zeit darauf abgesehen, das Thema sachlich korrekt zu analysieren. Der interessierte Zuschauer wünschte sich verzweifelt ein Gegengewicht zu dieser einseitigen und oberflächlichen Systemschelte, wurde aber nicht erhört.
Das deutsche Schulsystem ist sicherlich reformbedürftig. Aber zunächst einmal muss doch die Frage gestattet sein, warum Änderungen nötig sind. War das Schulsystem immer schlecht? Wie ist es möglich, dass Deutschland trotz eines solchen Schulsystems z.B. eine Spitzenposition bei der Anmeldung von weltmarktrelevanten Patenten innehat? (Im Vergleich zu den USA sind es sogar doppelt so viele pro Einwohner)
Das System hat der Gesellschaft in der Vergangenheit also durchaus gute Dienste geleistet. Sind möglicherweise veränderten Rahmenbedingungen dafür verantwortlich, dass heute 5-10% der Schulabgänger ohne Abschluss bleiben? Vielen Schulanfängern fehlt es mittlerweile an den elementarsten Dingen: Erziehung und Sprachkenntnissen. Erziehung ist das Fundament jeglicher Bildung. Ist ein Kind nicht beschulbar, wird es die Grundlagen nicht erlernen können und jede höhere Bildung wird ihm verwehrt bleiben.
Ein bekannter Hundetrainer sagte kürzlich, dass man einem Hund kaum Schlimmeres antun könnte, als ihn nicht oder nur unzureichend zu erziehen. Der Hund wäre völlig unfrei, müsste ein Dasein an der Leine und im heimischen Umfeld fristen. Beim Menschen ist das kaum anders. Ein Kind, das keine vernünftige Erziehung genossen hat, nicht gelernt hat zu gehorchen, Autoritäten und andere Menschen zu akzeptieren, wird ebenfalls die Freiheit versagt bleiben, sich entfalten zu können.
Doch kann die Schule überhaupt mögliche Versäumnisse in der Erziehung und Lücken in der Primärsozialisation kompensieren? Die Primärsozialisation ist mit emotionaler Identifikation verbunden und daher prägender und tiefer verwurzelt als die sekundäre Sozialisation. Möglichkeiten der Schule, korrigierend einzugreifen sind also zumindest limitiert.
Schule sollte Anleitung zur Selbstbildung sein, darin waren sich immerhin auch die beiden Chefankläger einig. Dazu ist aber das Erlernen von Lese- und Rechtschreibkompetenzen sowie mathematischer Grundlagen unerlässlich. Und gerade diese Fähigkeiten eignet man sich nur durch ständiges repetieren an. Man kann den Kindern das Erlernen dieser Kompetenzen nicht freistellen. An dieser Stelle ist kein Raum für Kreativität. Eine Anleitung durch einen Lehrer ist hier wenn nicht notwendig, so doch zumindest sinnvoll.
Kinder müssen auch Kinder sein dürfen. Man sollte sie nicht mit den Problemen der Erwachsenen belasten. Das sind zwar auch Plattitüden, ich versuche jedoch, sie in den folgenden Sätzen mit Bedeutung zu füllen. Es dauert sehr lange, bis ein Kind selbst entscheiden kann, was gut für es ist. Und bis es soweit ist, müssen Eltern und Lehrer dies bestimmen. Kinder haben kein Selbstbestimmungsrecht und müssen auch nicht jede Erfahrung „selbstständig“ machen. Oder sollte ein Kind etwa selbst herausfinden, wie es am besten eine befahrene Straße überquert? Das Kind, dem das Überqueren beigebracht wurde, dürfte einen entscheidenden evolutionären Vorteil gegenüber anderen haben – es lebt!
Wenn der Grundstein zur Selbstbildung gelegt wurde, ist freilich ein selbstständigeres, kreativeres Lernen möglich und auch wünschenswert. Bis dahin ist es jedoch ein weiter und beschwerlicher Weg. Und um auf einem Gebiet herausragende Leistungen abrufen zu können, sind ständiges Training und unzählige Wiederholungen erforderlich.
Philosophisch war der neue Spät-Talk im ZDF wahrlich nicht. Doch Precht ist längst im Boulevard angekommen, hat es sich im Fernsehen gemütlich gemacht und lacht von Hochglanzseiten. Precht, das ist vor allem eine Marke. Ein Produkt der Kulturindustrie, das sich dem Publikum anbiedert und nach dessen Aufmerksamkeit und Anerkennung giert.
Montag, 13. August 2012
Wettbewerbshüter vs. ProSieben, RTL und Zuschauer
Da haben die beiden
größten Sendergruppen Deutschlands endlich mal wieder einen Einfall, der sich
nicht unter dem Begriff „Trash TV“ subsumieren lässt und dann werden sie vom
Kartellamt ausgebremst. Wie es scheint, haben die Wettbewerbshüter jedoch immer
nur Bedenken, wenn es um die Bestrebungen der Privatsender geht, während den
Öffentlich-Rechtlichen zum Teil äußerst fragwürdige Geschäftsmodelle erlaubt
werden.
Das Düsseldorfer
OLG bestätigte kürzlich ein Verbot des Kartellamts, das der ProSiebenSat1 Media
AG und der RTL Group die Gründung eines gemeinsamen Online-Videoportals
untersagt. Viele TV-Formate sind zwar bereits online verfügbar, befinden sich
jedoch verstreut in den zahlreichen Sender-Mediatheken, auf myspass oder
myvideo. Eine Bündelung all dieser Inhalte auf einem zentralen Videoportal wäre
also nicht nur erheblich userfreundlicher, sie trüge auch der Entwicklung
Rechnung, Fernsehinhalte unabhängig vom jeweiligen Fernsehprogramm zu
konsumieren.
Da das Portal
bewusst offen gestaltet werden sollte, hätten auch andere Anbieter die
Möglichkeit, ihre Inhalte zu präsentieren. Bei entsprechender Resonanz etablierte
sich die Plattform sicher auch schnell auf Smart-TVs. Der Zuschauer bekäme ein
Stückchen Macht über das Programm, würde zu seinem eigenen Programmdirektor. Es
wäre eine kleine Revolution, eine Demokratisierung des Fernsehprogramms. Ein Gesichtspunkt, den die sogenannten Wettbewerbshüter völlig verkennen.
In den USA gibt es
ein solches Videoportal bereits seit 2007. Hulu ist ein Joint Venture von
mehreren großen TV-Stationen und der Disney Group. Dort scheiterte das
Unternehmen offenbar nicht an irgendwelchen Restriktionen. Die User freut’s!
Das Verbot hierzulande
geht in erster Linie zu Lasten der User. Sie müssen weiterhin mit dem vorlieb nehmen, was die Sender ihnen im täglichen Einerlei von Trash-TV und Belanglosigkeiten so vorsetzen. Oder sie befolgen Peter Lustigs Rat und schalten einfach mal ab. Doch auch für die Privatsender wird die Entscheidung nicht folgenlos bleiben. Sie werden aller
Voraussicht nach auf Dauer Zuschauer verlieren, denn die Lücke wird nicht
unbesetzt bleiben.
YouTube bietet bereits Filme und Shows an. Vermutlich wird auch die nächste Generation von Smart-TVs (vlt. Android-TV oder Apple-TV?) mit umfangreichen Online-Videoportalen
vernetzt sein. Durch ihr Veto schieben Kartellamt und OLG einer Win-Win-Situation
für Zuschauer und TV-Stationen erst mal einen Riegel vor und dürften damit ganz
nebenbei auch im Interesse der Öffentlich-Rechtlichen entschieden haben. Letztgenannte planen übrigens ebenfalls eine gemeinsame Online-Mediathek, müssen aber - anders als die private Konkurrenz - nicht fürchten, von den Wettbewerbshütern gestoppt zu werden.
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