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Montag, 16. Februar 2015

Künstliche Empörung: Warum die Apple Watch trotzdem nichts mit Krebs zu tun hat

Kürzlich bin über einen Artikel zur Apple Watch gestolpert. Schon beim Lesen des Titels - "Apple Watch und Krebs - Well, fuck you Mr. Cook" - rollte ich mit den Augen. Was dann aber folgte, war eine geschmacklose Hasstirade, deren einzige Grundlage eine möglicherweise sogar intendierte Fehlinterpretation eines Zitats von Apple CEO Tim Cook war. Emotional, polemisch und manipulativ, ja regelrecht geschmacklos.

Die erste Frage, die mir durch den Kopf ging war natürlich: Was hat die Apple Watch mit Krebs zu tun? Die Antwort ist simpel: Nichts! Ja, absolut gar nichts! Aufhänger des ganzen Artikels war im Grunde dieses Zitat von Tim Cook:

"Because a lot of doctors believe that sitting is the new cancer, right?"

Freitag, 5. Juli 2013

Gesetze sind für die Menschen gemacht, nicht umgekehrt!



Sicher, es ist derzeit viel los in der (Medien-)Welt. Erst die Proteste in der Türkei, dann stürzen Volk und Militär den ägyptischen Präsidenten und ganz nebenbei erfahren wir auch noch, dass uns Briten und Amerikaner (und wer weiß wer sonst noch?), eiskalt ausspionieren. Kein Telefonat, keine eMail, keine SMS, kein Facebook- oder Blog-Post bleiben den Überwachern verborgen. Big Brother is watching us all - always!

Aber Herrschaften, was mich wirklich zur Weißglut bringt, das sind die Störenfriede im eigenen Land! Oh ja, die gibt es und jeder von uns gerät früher oder später an diese frustrierten Profilneurotiker. Manchmal ist es der Fußball-Schiedsrichter in der Kreisliga, der gelbe Karten für Trikotziehen oder Meckern verteilt, die Blutgrätsche aber als legitimes Mittel im Kampf um den Ball ansieht. Diese Typen schaffen es nicht selten, beide Mannschaften und Zuschauer gleichermaßen gegen sich aufzubringen. Ein Zustand, den sie sogar regelrecht zu genießen scheinen. Diese 90 Minuten Macht sind für sie das Größte. Platzverweise für Spieler und Zuschauer inklusive...

Freitag, 21. Dezember 2012

Die Telekom-Odyssee - Part II


[...] Montagfrüh rief ich also direkt in dem Telekom Shop an, in dem ich die Xtra Karte erworben hatte, die angeblich gar nicht existiert. Schon als ich meine Kartennummer durchgab, konnte ich förmlich durch die Leitung riechen, dass mein Gesprächspartner nicht die geringste Ahnung hatte, wie er meinen Kauf nun rekonstruieren, geschweige denn das eigentliche Problem lösen sollte.

„Wissen Sie vielleicht noch wer der Verkäufer war?“
„Verzeihung, aber der wollte meinen Personalausweis sehen... Hätte ich etwa darauf bestehen sollen, dass mir der Verkäufer auch seinen zeigt? Ich kann Ihnen meine Kartennummer, Rufnummer und sogar die Uhrzeit des Kaufs nennen...“
„Ja ok, äääähm, ich kläre das mal und rufe sie dann innerhalb von zwei Stunden zurück, ok?“
„Ok ist das nicht, aber ich habe wohl keine Wahl...“


Eine Stunde später, dann der Rückruf eines anderen Shop-Agenten.
„[...] Sie haben um einen Rückruf gebeten?“
„Nein, ich habe darum gebeten, dass Sie endlich die Karte freischalten, die schon seit drei Tagen aktiv sein sollte.“
„Ähm ja, wir haben das mal nachgeprüft und eigentlich sollte das jetzt gehen. Wenn es in zwei Stunden nicht funktioniert, rufen Sie einfach noch mal die Hotline an.“


Glücklicherweise funktionierte es dann irgendwann. Aber das war noch lange nicht das Ende der Telekom-Odyssee. Als nächstes richtete ich den Onlinezugang ein. Überraschenderweise war dort mein Vater mit kompletter Anschrift als Karteninhaber gelistet. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie das passieren konnte, aber eines ist völlig klar, das war eine klassische Datenpanne.

Hätte ich einen Namen wie Schmidt oder Müller, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass es jemanden getroffen hätte, mit dem ich nicht verwandt bin wohl weit höher. Jedenfalls wandte ich mich schriftlich an den Kundenservice und verlangte eine Erklärung. Was dann folgte, schlug dem Fass wahrlich den Boden aus. Die Telekom reagierte wie folgt. Und das ist wirklich kein Witz! Ich habe es schwarz auf weiß.

„Da die Daten unserer Kunden dem Datenschutz unterliegen, dürfen wir nur unseren Vertragspartner selbst über einen Vertrag informieren - oder andere Personen, wenn er zustimmt. Hierfür brauchen wir eine Vollmacht, die unser Vertragspartner unterschrieben hat.

Gern klären wir die offenen Fragen, wenn sich unser Vertragspartner selbst bei uns meldet oder Sie uns eine entsprechende Vollmacht senden.“


Soll man lachen oder weinen??? Ich weiß es wirklich nicht... Dumm wie fünf Meter Feldweg. Ich bin doch der verdammte Vertragspartner! Zumindest sollte ich es sein, wenn nicht irgendeine humanoide Minimalkonfiguration meinen Vater als solchen eingesetzt hätte.

Jetzt war ich doch etwas erregt und schrieb zurück:
„[...] Können Sie eigentlich lesen? Sind Sie der dt. Sprache mächtig? Verstehen Sie, was ich hier schreibe? Falls nicht, holen Sie bitte einen Kollegen mit Lesekompetenz oder versammeln Sie gleich die ganze Abteilung vor Ihrem Bildschirm. Hauptsache mein Anliegen wird von jemandem bearbeitet, der in der Lage ist, die Problematik zu verstehen...“

„[...] gern haben wir Ihr Anliegen geprüft.
Den Fehler bei der Aktivierung Ihrer Xtra Card bitten wir zu entschuldigen. Die Vertragspartnerdaten wurden durch uns entsprechend berichtigt.“



Kein Wort zur eigentlichen Panne. Keine Erklärung, keine Entschuldigung. Und entgegen der Behauptung dieser Antwortmail, wurde überhaupt nichts korrigiert. Alles war, wie vor meiner Kontaktaufnahme. Meine nächste empörte Antwort, ob dieser Kundenverarsche wurde schließlich einfach ignoriert. Seitdem hat sich nur eines geändert. Zum Onlinezugang existiere angeblich kein aktiver Vertrag mehr, heißt es nun im Login-Bereich.

Das bedeutete, dass diese Karte, mit der weiter eifrig telefoniert und gesimst wird, gar keinen Vertragspartner (Eigentümer) hat. Möglicherweise der Traum eines jeden Kriminellen, aber nicht meiner. Mein Vater hätte eigentlich auch von der Telekom unterrichtet werden müssen, dass seine Daten „versehentlich“ preisgegeben wurden, aber da kam gar nichts. Trotz mehrfacher Kontaktaufnahme, ist rein gar nichts geschehen.

Was soll man dazu noch sagen? Sicher sind Kundendaten bei der Telekom ganz offensichtlich nicht, aber sich hinter der Datenschutzregelung zu verstecken (die das Unternehmen überhaupt erst verletzt hat), um zu dem Vorfall keine Auskunft geben zu müssen, das setzt dem Ganzen wirklich die Krone auf.

Egal ob im Telekom Shop, in der Hotline oder per Mail, man gerät stets an irgendeinen grenzdebilen Vollpfosten, der nicht in der Lage ist, auch nur die einfachsten Zusammenhänge zu verstehen, geschweige denn Anliegen zur Zufriedenheit des Kunden zu erledigen. Man möchte fast glauben, die seien da alle miteinander verwandt. Der Begriff Stallgeruch gehörte in diesem Falle wesentlich enger gefasst. In diesem Verein scheint der Genpool äußerst eingeschränkt zu sein. Oder mit anderen Worten: Alles eine Wichse!!!

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Die Telekom-Odyssee - Part I

Was die Internetverbindung betrifft sind viele ländliche Gegenden wahrlich nicht zu beneiden. Im Festnetz muss man häufig mit der Telekom vorlieb nehmen, die für ihren „Highspeed“ DSL-Anschluss mit satten 2000 kbit/s in etwa soviel verlangt, wie ein Städter für eine 50-Mbit-Verbindung bei der Konkurrenz berappt. Mobil schaut es da kaum besser aus. Zwar hat man zumindest die Wahl, allerdings erreicht man häufig nur im D1-Netz eine 3G-Verbindung. Und wenn wir ehrlich sind, eine EDGE-Verbindung ist nur leidlich besser als gar keine.

Nun wollte ich meiner werten Frau Mutter, die in einer dieser eben erwähnten ländlichen Gegenden lebt, mein altes iPhone inkl. Prepaid-Karte überreichen. Hierzu verschlug es mich (aus den oben dargelegten Gründen) in einen dieser Außenposten der Hölle mit magentafarbener Leuchtschrift.

Ich würde nur eben eine Karte kaufen, bezahlen und schon wäre ich wieder weg... Allein das stellte sich als folgenschwerer Irrtum heraus. Vier Angestellte befanden sich in mehr oder minder wichtigen Gesprächen. Die Dame vor mir ließ sich in aller Seelenruhe ihre Telefonrechnung erklären. Ich will doch nur etwas kaufen, in zwei Minuten bin ich doch wieder weg, bettelte ich in Gedanken um Nachsicht. Eine halbe Stunde später war es dann endlich so weit. Warum ich meinen Personalausweis vorlegen musste, erschloss sich mir zwar nicht, aber wenigstens konnte ich endlich bezahlen und bekam, wozu ich gekommen war.

Sim-Karte einlegen, iPhone einschalten, PIN freirubbeln und dann kann es auch schon losgehen. Ich hatte die Worte für die feierliche Übergabe schon auf den Lippen, als mir die Anzeige „kein Netz“ ins Auge fiel. Seltsam, warum wurde die PIN denn nicht abgefragt? Um es kurz zu machen, nichts half. Auch die Online-Aktivierung der Sim-Karte war nicht möglich. Und so begann die Odyssee...

Nach dem obligatorischen Kampf mit der automatischen Hotlinestimme, schilderte ich das Problem einem dieser grenzdebilen Hotline-Mitarbeiter.
„Haben sie denn schon die Aktivierungshotline angerufen?“
„Ich weiß nichts von einer Aktivierungshotline und in dem Beipackzettel steht davon auch nichts. Eigentlich erwarte ich, dass die Karte nutzbar ist, sobald ich den Shop verlassen habe. Oder ist das etwa zu viel verlangt? Im Übrigen, eine Online-Aktivierung war auch nicht möglich...“
„Online geht auch nicht. Sie haben die Karte ja in einem Shop gekauft... Warten Sie mal, ich verbinde Sie...“


„bla bla bla, was kann ich für Sie tun?“
„Ich habe eine Xtra-Karte in einem Shop gekauft, die offensichtlich nicht freigeschaltet wurde...“
„Haben Sie es schon in der Hotline versucht?“
„Wie jetzt? Was ist das denn hier?“
„Das ist die Bestellhotline.“
„Das ist jetzt ein Scherz, oder? Man hat mich doch gerade zu Ihnen weiterverbunden...“
„Das tut mir Leid, ich stelle Sie mal wieder zurück...“


Doch anstatt an die nächste Flitzpiepe zu geraten, landete ich wieder ganz am Anfang bei der Bandansage. Ganz ruhig, die können nichts dafür. Die Telekom hat wahrscheinlich nur ein soziales Projekt laufen, bei dem geistig benachteiligte Menschen eine Chance erhalten... Ruhig, alles wird gut. Also auf ein Neues...

„[...] Warten Sie bitte, ich prüfe das mal nach... Das ist ja komisch, die Nummer existiert nicht.“
„Wie existiert nicht? Mir wurde eine Karte verkauft, die nicht existiert?“
„Ja, offenbar hat Ihr Verkäufer die nicht ins System eingetragen.“
„Und jetzt?“
„Tja, da kann ich nichts machen. Jetzt ist ja auch niemand mehr im Laden. Dann müssen Sie mal nach dem Wochenende im Shop anrufen.“
„Gute Frau, ich weiß, dass das nicht Ihre Schuld ist, aber das darf doch alles nicht wahr sein, oder? Mir wird eine Karte verkauft, die nicht funktioniert, ich hänge nun mittlerweile seit einer Stunde in der kostenpflichtigen Hotline und habe absolut nichts erreicht. Kann man sich eigentlich noch schlechter präsentieren als die Telekom?“

„Ich verstehe Ihren Ärger vollkommen. Und wir in der Hotline sind nun mal Ihre Ansprechpartner...“

„Nun, der Fehler liegt eindeutig bei der Telekom, das haben Sie selbst eingeräumt. Was gedenken Sie denn nun zu tun, um mich als Kunden zu entschädigen? Mir ist ein zeitlicher wie monetärer Schaden entstanden.“
„Was möchten Sie denn?“
„Eine Gutschrift, was sonst?“
„Die kann ich Ihnen leider nicht geben. Aber ein Los der Aktion Mensch.“
„Die 20 Cent können Sie sich schenken! Wenn ich nicht zufälligerweise ein D1-Vertragshandy zur Hand hätte (mein Bruder versäumte es zu kündigen), kostete mich dieser Anruf sogar 14 Cent pro Minute. Ich will kein Los, ich will eine Gutschrift! Mir ist ein Schaden entstanden und deshalb fordere ich Entschädigung. Es geht hier ums Prinzip!“
„Wie gesagt, dazu bin ich leider nicht befugt, auch wenn ich Ihren Ärger durchaus verstehen kann.“


Was soll man dazu noch sagen? Offenbar ist sich die Telekom der Unfähigkeit ihrer Hotline-Mitarbeiter bewusst, weshalb sie diese mit null Kompetenzen ausstattet. Bei Vodafone hingegen ist Kundenzufriedenheit höchstes Gebot und Gutschriften oder individuelle Abmachungen gehören zum guten Ton.

„[...] Also gut, ich bin mit diesem ganzen Vorgang überhaupt nicht einverstanden. Und es kann doch nicht sein, dass so eine Beschwerde folgenlos bleibt, als hätte es sie nie gegeben. Geben Sie das bitte nach oben weiter. So kann man einfach nicht mit Kunden umgehen! Mich mit einem Los abspeisen zu wollen ist eine Frechheit. Und wenn ich Ihnen einen Rat geben darf, gehen Sie zu Vodafone, da dürfen sie auch Gutschriften gewähren...“

Drei Wochen später erhielt mein Bruder übrigens ein Los der Aktion Mensch. Kein Witz! Ich habe meinen Namen mehrfach genannt, erwähnt, dass ich glücklicherweise kein Telekom-Kunde mehr bin und mit einem fremden Telefon anrufe. Und was am wichtigsten ist, ich habe gesagt, dass ich kein dämliches Los haben will! Gut, streng genommen habe ich es ja auch nicht bekommen, aber ich denke, mein Standpunkt ist deutlich geworden.


Ich gebe gerne zu, dass meine Telekom-Erlebnisse so abstrus klingen, dass sie eigentlich gar nicht wahr sein können, aber es ist die Wahrheit. Und ich bin weder frustrierter Angestellter der Telekom (ich bin ja nicht grenzdebil), noch eines Konkurrenzunternehmens. Ich war ein ganz gewöhnlicher Kunde, bis mich die schier grenzenlose Unfähigkeit der Telekom in die Arme eines Wettbewerbers trieb. Und jetzt wollte ich doch nur meiner Mutter eine Freude machen...

Das Ganze Ausmaß des Wahnsinns war mir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht einmal bewusst. Wie es weiter ging, verrät demnächst ein neuer Post.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Gartennazis und Lärmterroristen

Der Herbst ist da, die Blätter fallen. Doch lange bleiben sie nicht liegen, denn schon marschiert die Laubbläser-SS wieder durch Garten- und Parkanlagen. Bis an die Zähne bewaffnet mit Sturmgewehren Sturmgebläsen. Unter einem Höllenlärm werden Blätter, Kleinstlebewesen und deren Kot durch die Luft gewirbelt und zusammengetrieben.

Mindestens dreimal pro Woche kommen die Krachmichel hier zum Einsatz, um das Laub durch Gärten und Straßen zu prügeln. Der Schalldruck prallt dann mit ca. 80 dB gegen die Fensterscheiben. Diesem Lärm kann man sich nicht entziehen. An ein konzentriertes Arbeiten ist nicht mehr zu denken.

Der Stresspegel steigt, das Blut kocht und man wünscht sich, man wäre dem Schießverein doch noch etwas länger treu geblieben... Der Lärmverursacher lacht sich indes ins Fäustchen. Er ist nicht nur autorisiert, die Nachbarschaft zu terrorisieren, er wird dafür sogar bezahlt.

In den sonst so freiheitlichen USA sind die Höllenmaschinen übrigens in einigen Gemeinden bereits seit den Siebzigern verboten. Kein Wunder, dort hat schließlich fast jeder eine entsprechende Gerätschaft im Besitz, die mit den Störenfrieden kurzen Prozess machte. Und bei einer solch penetranten Lärmbelästigung aus dem Nachbargarten – die dem Schallemissionswert eines startenden Flugzeugs entspricht – verliert man schnell mal die Contenance. Wer würde da nicht Amok laufen?

Dass die Nutzung dieser Maschinen nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten eine Farce ist und der Schaden den Nutzen bei weitem übersteigt, liegt auf der Hand. Die Motoren entwickeln gesundheitsschädliche und stinkende Abgase, Exkremente von Kleinstlebewesen werden aufgewirbelt und gelangen so in die Atemluft, von der enormen Lärmbelästigung für Mensch und Tier ganz zu schweigen.

Lärm macht krank, das ist bekannt. Er fügt dem Gehör irreparable Schäden zu, verursacht Tinnitus, Schlafstörungen und begünstigt stressbedingte Krankheiten. Nicht umsonst dürfen diese Krachmichel nur mit Gehörschutz betrieben werden. Aber denkt vielleicht auch mal jemand an die anderen Menschen und Tiere in der Umgebung?

In meinem Fall werden die Lärmterroristen wie erwähnt bezahlt. Und das sogar unter anderem von mir. Das liegt daran, dass ich in einem Wohngebiet lebe, in dem nahezu jeder Gebäudekomplex über einen Hausmeister- und Gartenservice verfügt. Ich zahle also durch eine Kostenpauschale in meiner Miete auch noch für diesen Lärmterrorismus. Willkommen in Absurdistan! Eigentlich wäre es angebracht, meine Miete aufgrund der Lärmbelästigung zu mindern.

Aber damit nicht genug. Die Blitzbirnen des Hausmeisterservices veranstalten den Krach das ganze Jahr über. Selbst dann, wenn gar keine Blätter fallen. Dann „kehren" sie mit den Dingern eben die Straße und Parkplätze. Fegen 2.0 oder so ähnlich. Sie werden ja schließlich bezahlt und müssen einen Arbeitsnachweis erbringen.

Dass diese Vollpfosten von Hausmeistern ihre Arbeit vollkommen widersinnig, ja geradewegs lächerlich falsch ausführen, scheint niemanden zu interessieren. So blasen sie das Laub beispielsweise einfach in Beete oder auf Rasenflächen. Auf diese Weise kann man sicher sein, dass beim kleinsten Windstoß auch wieder genug „Arbeit“ anfällt und der nächste Einsatz gewiss ist. Auf den Parkplätzen wirbeln sie durch den Luftdruck kleine Steine auf und schleudern sie mit enormer Wucht gegen den Autolack. - Ihr dämlichen Vollidioten, dafür gehörtet ihr auf den Stuhl!!!

Ich habe es schon mehrfach geschrieben, dieses System ist krank! Ich werde gezwungen, Lärmterroristen dafür zu bezahlen, mein Gehör zu schädigen, mich zu stressen und krank zu machen. Als Bonus zerkratzen sie mir auch noch meinen Autolack. Alles muss umweltfreundlicher und leiser werden: Autos, Kühlschränke, Fernseher, aber die Waffen der Gartnennazis werden lauter und dürfen Mensch und Natur terrorisieren. Das bringt mich echt zur Weißglut!

Im Übrigen werden die ursprünglichen Tätigkeiten eines Hausmeisterservices gerne vernachlässigt. So wurde die seit einem Jahr defekte Außenbeleuchtung des Hauseingangs, trotz mehrfacher Hinweise, noch immer nicht instand gesetzt. Ebenso wenig wird der Parkplatz im Winter von Schnee befreit. Diesen geistig hungerleidenden Akustikterroristen gehört wirklich mal gehörig der Marsch geblasen.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Verehrung der Einfältigkeit

Wie schlecht muss es um eine Gesellschaft bestellt sein, in der ein äußerst einfältiger junger Mann über Nacht berühmt wird, weil er bei Günther Jauch auf dem Ratestuhl saß? Dabei fiel er nicht etwa durch Wissen, Witz und Charme auf, vielmehr sorgten seine Torheit und der mehr als nachlässige Umgang mit der deutschen Sprache für Fremdschämmomente.
Und doch begeistern sich plötzlich Tausende für einen Berliner Kiosk-Besitzer. Menschen wollen Autogramme und Fotos, keine Zeitung, die nicht über ihn berichtet, über 20.000 Likes auf Facebook und weitere TV-Auftritte bei „Stern-TV“, „Markus Lanz“ und demnächst auch noch bei „Wetten dass?“.

Paradoxerweise scheint die Attraktion selbst noch der normalste Mensch in diesem Zirkus zu sein, schließlich ist ihm der Hype um seine eigene Person völlig schleierhaft. Sicher, das könnte auch dem mangelnden Intellekt geschuldet sein, doch was die Selbsteinschätzung betrifft, hatte Aaron Troschke im Talk mit Lanz einen Moment erstaunlicher Klarheit: „Ich kann absolut gar nichts“.

Wie Recht er damit doch hat. Nur Dank Jauchs wohlwollender Hilfe kam der Berliner darauf, dass ein Tunnelzug gedacht ist, die Hose am Körper zu halten oder dass das Wort „ungemein“ synonym zu „äußerst“ und „enorm“ genutzt wird. Rechnen gehört ebenfalls nicht gerade zu den Stärken des Kiosk-Besitzers, setzte er doch 10/9 mit 90 Prozent gleich.

Das war dann auch gleichzeitig das Signal für mich – trotz Langeweile – abzuschalten. Reicht es nicht, dass man sich in diversen Casting-Formaten schon über die Dummheit und die Talentfreiheit von Menschen lustig macht? Sollte das Fremdschämen auch fester Bestandteil von Quizsendungen sein? Warum überhaupt glauben ungebildete Menschen, in einer Sendung, in der es um Quizwissen geht, punkten zu können?

Wieso begeistern sich Menschen und Medien für einen solchen Kreisligaverstand? Einst verlor er seinen Job, weil er in einem Getränkemarkt arbeitend Pfandbetrug beging, für eine Beute von drei Euro. Doch anstatt eine solche Dummheit zu tadeln, erntete Troschke Applaus vom Publikum. Ein anderer Talkgast kommentierte die Aktion des Pfandbetrugs gar als „clever“. Und das frei von jeglicher Ironie!

Als wäre es nicht dumm genug, seinen Arbeitgeber zu betrügen und einen Jobverlust wegen drei Euro zu riskieren, war er ja auch noch so dumm, sich dabei erwischen zu lassen. Nein, „clever“ war das nun wirklich nicht und Beifall hat eine solche Handlung erst recht nicht verdient! Ebenso wenig Troschkes letzter Facebook-Post. Wie kann man die deutsche Sprache nur so vergewaltigen? Rechtschreibung ist doch kein Open Source Programm!

Eine Gesellschaft, die Dummheit und Einfältigkeit preist, ist krank. Sie suggeriert, dass es sich dabei um wünschenswerte Zustände handelt und setzt damit gefährliche und kontraproduktive Reize. Andererseits verleitet sie gebildete Individuen dazu, sich angewidert von der Gesellschaft abzuwenden. Womöglich schwebte Goethe eine solche Gesellschaft vor, als er Mephisto sagen ließ: „[...] alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht.“
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