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Montag, 16. Februar 2015

Künstliche Empörung: Warum die Apple Watch trotzdem nichts mit Krebs zu tun hat

Kürzlich bin über einen Artikel zur Apple Watch gestolpert. Schon beim Lesen des Titels - "Apple Watch und Krebs - Well, fuck you Mr. Cook" - rollte ich mit den Augen. Was dann aber folgte, war eine geschmacklose Hasstirade, deren einzige Grundlage eine möglicherweise sogar intendierte Fehlinterpretation eines Zitats von Apple CEO Tim Cook war. Emotional, polemisch und manipulativ, ja regelrecht geschmacklos.

Die erste Frage, die mir durch den Kopf ging war natürlich: Was hat die Apple Watch mit Krebs zu tun? Die Antwort ist simpel: Nichts! Ja, absolut gar nichts! Aufhänger des ganzen Artikels war im Grunde dieses Zitat von Tim Cook:

"Because a lot of doctors believe that sitting is the new cancer, right?"

Donnerstag, 22. Januar 2015

Törööö, das darfst du nicht: Der FC Bayern in der Kritik

In den letzten Tagen bin ich mal wieder über den ein oder anderen Artikel gestolpert, der mich kopfschüttelnd zurückließ. Für alle, die es nicht mitbekommen haben, der FC Bayern München hat sein Wintertrainingslager erneut in Katar absolviert (wie übrigens auch der FC Schalke 04), zum Abschluss gab es noch einen kurzen Abstecher für ein Freundschaftsspiel nach Saudi Arabien.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

SAP & The Luck of the Irish - Steuern sparen leicht gemacht



Dass viele große Unternehmen diverse Steuerschlupflöcher nutzen, um ihre Steuerlasten zu drücken, ist hinlänglich bekannt. Aber wie unsere sogenannten Volksvertreter ihnen dabei behilflich sind und ihre eigenen Wähler regelrecht verarschen, ist schon eklatant. Das wurde mal wieder deutlich an dem kürzlich thematisierten Beispiel von SAP.

Der deutsche Softwareriese verlagert einfach Teile seiner Gewinne nach Irland, das mit einem durchschnittlichen Unternehmenssteuersatz von 12,5 Prozent weit unter dem in Deutschland üblichen Satz von durchschnittlich 30 Prozent liegt. Ob da nun Besen oder Kaffeemaschinen für utopische Summen innerhalb des Konzerns verschoben werden, oder Lizenzen in Ländern mit niedrigen Steuersätzen geparkt werden, ist dabei eigentlich relativ egal.

Das Ziel des Steuersparens ist schließlich offensichtlich, zumal die Gewinne der SAP-Konzerntochter in Irland in keinem Verhältnis zu dem dort erwirtschafteten Umsatz stehen. Denn obwohl SAP in Irland nur 1 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet, werden dort 20 Prozent des Gesamtgewinns eingefahren. Auch mit Zinsgeschäftigen innerhalb des Konzerns können die Steuerlasten entsprechend verschoben werden. Das ist alles völlig legal. Umso lächerlicher ist es daher, dass SAP die Anwendung von Steuertricks bestreitet und behauptet, die in Irland erwirtschafteten Gewinne entsprächen den dortigen Aktivitäten.

Sonntag, 2. Juni 2013

Das 1x1 des Junk-Food-Verkaufs



Es ist Wochenende. Unschwer zu erkennen am Autokorso im McDrive und daran, dass sich drinnen an den Kassen lange Schlangen bilden. Ja, endlich Wochenende, endlich wieder ein Festmahl. Fette Menschen prügeln sich mit ihren vollbeladenen Tabletts um die letzten Plätze, während ihre nicht minder schwergewichtigen Kinder wie Hunde an ihnen hochspringen, weil sie es gar nicht erwarten können, endlich den Napf das Tablett vorgesetzt zu bekommen. Das große Fressen kann beginnen.

Was für ein Bild. So muss es auch in einem Schweinestall zugehen. Reine Massenabfertigung, das Gedränge ist groß, das Futter zielt nur darauf ab, die Schweine in möglichst kurzer Zeit zu mästen, es bleibt (fast) nichts übrig und ein beißender Geruch steigt in die Nase. Schlagartig wird einem bewusst, Unterschicht und Fettschicht, das gehört irgendwie zusammen.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Angriff auf die Netzneutralität: Telekom kippt die Flatrate


Wie oft habe ich auf diesem Blog schon gegen die Telekom gewettert? Dieser Verein macht es einem aber auch wirklich, wirklich schwer, ihn zu mögen. Die Telekom ist quasi der FC Bayern der Telekommunikationsbranche, nur noch verhasster. Wenn überhaupt mögen vielleicht einige Mitarbeiter die Telekom und das liegt entweder an der Indoktrination (die Telekom feiert sich gerne selbst, das gehört zum festen Ritus) oder aber an der überdurchschnittlichen Bezahlung. Wer letztendlich den Wasserkopf der Telekom bezahlt? Klar, der Kunde!

Und jetzt will uns die Telekom auch noch einer der besten und wichtigsten Errungenschaften des Internetzeitalters berauben - der Flatrate. Warum "bombt" uns die Telekom nicht gleich zurück in die Internetsteinzeit und lässt uns alle wieder mit einer 64-kbit/s-Verbindung durch das Netz kriechen? Das Internet gehört heute zu den Grundbedürfnissen und es wird - da bin ich sicher - das Fernsehen über kurz oder lang als wichtigstes Massenmedium ablösen.

Dienstag, 5. Februar 2013

Apple im ARD-Markencheck

Gemeinhin sollte man annehmen können, dass die Öffentlich-Rechtlichen ihrem Auftrag nachkommen, uns Bürger korrekt, unabhängig und qualitativ hochwertig zu informieren. Der Zuschauer kann unzählige Informationen von Reportagen nicht selbst nachprüfen und muss sich somit wohl oder übel auf die Methoden des investigativen Journalismus verlassen.

Nun hat die ARD ihre Glaubwürdigkeit mit dem gestrigen Markencheck jedoch stark unterminiert. Kürzlich hatte sich bereits der Konzern TUI über eine nicht repräsentative und einseitige Darstellung beschwert. Sollte der Vorwurf stimmen, so wäre das ein schwerer Schlag für die Kredibilität des Formats. Dass TUIs Protest womöglich nicht ganz unbegründet ist, lässt der neuste ARD-Markencheck vermuten.

Dienstag, 8. Januar 2013

Plasbergs lahmer Talk über Lebensmittel

Am Montag diskutierte Frank Plasberg mit seinen Gästen zum Thema: „Die Supermarkt-Lüge – Wie gut und fair kann günstig sein?“ Trotz der eigentlich viel zu kurz gegriffenen Versteifung auf Supermärkte, hätte es durchaus interessant werden können. Doch leider verließ die Diskussion nur selten das Fahrwasser der Banalität.

Das mag mitunter auch an der Auswahl der Gäste gelegen haben. Während die Vertreter der Industrie sowie des Handels in Person von Stefan Genth und Jürgen Abraham in die Sendung passten und ihre Sache durchaus zu verkaufen wussten, blieben die Verfechter des „guten“ Essens leider vollkommen blass. Bezeichnend, dass Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks, Koch Vincent Kling und Kabarettist Bernd Stelter allesamt auf der Gehaltsliste der Öffentlich-Rechtlichen stehen. Das nennt man dann wohl selbstreferentiell.

Vincent Kling hatte zwar den einen oder anderen Lacher auf seiner Seite, versagte aber beim Geschmackstest von Bio- und Supermarktfleisch. Auch die Schilderung des Speiseplans (u.a. Grieß- und Haferbrei) seiner 92-jährigen Schwiegermutter, ließ dem Zuschauer nicht gerade das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Bernd Stelter dagegen legte besonderen Wert auf Wursttheken-Romantik. Dass die Qualität dieses Fleisches nicht besser ist als die des abgepackten Äquivalentes, bedarf dabei keiner weiteren Erläuterung. Der höhere Preis der Thekenprodukte rechtfertigt sich jedoch durch den höheren Personalaufwand, wie Jürgen Abraham einwarf. Was nun eigentlich Stelters Anliegen war, blieb ihm vermutlich selbst schleierhaft.

Derweil diskreditierte sich Yvonne Willicks permanent selbst. Ihre redundante Forderung nach mehr Produkt-Informationen auf Verpackungen wirkte geradewegs penetrant und veranlasste einen Zuschauer zu einem süffisanten Kommentar auf facebook. „Frau Willicks möchte am liebsten noch auf der Verpackung stehen haben, welche Hobbys der Bauer hat.“

Dass Louisiana-Flusskrebse nicht etwa aus dem Mississippi, sondern aus Binnenfischerei in China stammen, vermag heutzutage nicht wirklich zu verwundern. Ebenso finden Lachse und Forellen aus Aquakulturen in Norwegen bzw. Polen den Weg in die Supermarktregale. Das ist lediglich das Äquivalent zur Massentierhaltung von Hühnern, Kühen und Schweinen. Anders lässt sich die enorme Nachfrage aber wohl gar nicht mehr decken. Ob dies ethisch und ökologisch vertretbar ist, steht auf einem anderen Blatt.

Leider verpasste es die Talkrunde auf die wirklichen Verbrauchertäuschungen und Lügen der Industrie einzugehen. Natürlich bewegen sich diese in einem gesetzlichen Rahmen, aber das liegt selbstverständlich auch an der Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie. Wirklich katastrophal ist es doch, wenn ein Lebensmittel suggeriert etwas zu sein, was es de facto nicht ist.

Fruchtjoghurt beispielsweise, der mit den Abbildungen herrlicher Früchte auf den Deckeln lockt und mit gesundheitsfördernden Joghurtkulturen wirbt. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe und die Nährwertangaben aber verrät, dass diese Joghurts zu einem Großteil aus Zucker bestehen und der Geschmack ausschließlich (natürlichen) Aromen zuzuschreiben ist. Das ist Verbrauchertäuschung!

In Fällen wie diesen wirkt der von Herrn Abraham ins Feld geführte „mündige Verbraucher“ geradewegs lächerlich. Selbstverständlich schmeckt der Joghurt bei den zugesetzten Aromen und all dem Zucker. Das ist aber auch kein Wunder. Jeder Chemie-Lehrer könnte Naturjoghurt mit Zucker und ein paar Tröpfchen Chemie in einen leckeren Joghurt verwandeln. Die Frage ist nur, ob wir das wirklich wollen.

Tragischerweise aber haben wir in diesem Fall z.B. nur die Wahl zwischen Kauf und Nicht-Kauf, die große Produktvielfalt ist nämlich nur eine trügerische Wahlfreiheit. Selbst höherpreisige Marken wie Landliebe oder Weihenstephan benutzen Aromen. In keinem einzigen Supermarkt fand ich bisher einen natürlichen Fruchtjoghurt ohne zugesetzte Aromastoffe. Ebenso werden vermeintlich hochwertige Produkte wie z.B. Bertolli-Pesto mit billigen Inhaltsstoffen gestreckt. Dass Kartoffelflocken in einem echten Pesto nichts verloren haben, dürfte nicht nur Italienern bekannt sein.

Selbst mit Bio-Produkten wird enorm viel Schindluder getrieben. Wie kann es sein, dass Bio-Honig laut Etikett aus EG- und nicht-EG-Ländern zusammengemixt wird? Einzig der wesentlich teurere echte dt. Imker-Honig ist qualitativ hochwertig und als regional vertriebenes Produkt ökologisch vertretbar (obwohl er kein Bio-Siegel trägt). Wie ist es zu rechtfertigen, dass Bio-Kartoffeln in Ägypten angebaut und dafür Unmengen kostbaren Wassers verschwendet werden, während in Deutschland gleichzeitig Ackerland brach liegt und sogar Kartoffeln vernichtet werden müssen? – Was hat das noch mit Ökologie zu tun?

Fettreduzierte Milchprodukte enthalten häufig einen höheren Zuckeranteil, um den Geschmack beizubehalten. Und das, obwohl der menschliche Organismus wesentlich besser Fett verarbeiten kann als Zucker. All so etwas kann man nur wissen, wenn man zufällig darüber gestolpert ist oder darauf hingewiesen wird. Die Industrie aber wünscht sich unmündige und unkritische Verbraucher.

Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass insbesondere für Kinder beworbene Lebensmittel, wie Kellogg’s Müsli, Milchschnitte oder Capri-Sonne viel zu große Mengen an Zucker und Kalorien enthalten. Auf diese Weise züchtet sich die Industrie schon die Kunden von morgen. Es ist schließlich auch kein Geheimnis, dass Zucker zu Heißhungerattacken und damit zu mehr Konsum führt. Darüber hinaus sind die zuckerhaltigen Produkte natürlich auch wesentlich teurer als beispielsweise Obst oder Gemüse.

Aber über all dies verlor die Talkrunde kein Wort. Warum hat man Herrn Abraham als Vertreter für Firmen wie Nestlé und Kraft nicht auf diese Verbrauchertäuschungen und Lügen der Industrie festgenagelt? Warum ließ man Herrn Genth nicht erklären, wieso Waren aus dem Ausland, die unter katastrophalen ökologischen Umständen hergestellt werden, den Weg ins Regal schaffen, während heimische Produzenten ihre Ware vernichten müssen?

Und auf die TV-Combo aus Koch, Hauswirtschafterin und Abspeck-Komiker hätte man getrost verzichten können. Sie trugen rein gar nichts zur Diskussion bei. An ihrer Stelle wären Lebensmitteltechniker, Verbraucherschützer, Vertreter von relevanten Verbänden wie z.B. Foodwatch oder Greenpeace und vor allem auch Politiker die wesentlich interessanteren Gäste gewesen.

Wieder einmal haben uns die Öffentlich-Rechtlichen eindrucksvoll vor Augen geführt, dass hohe Kosten nicht immer mit guter Qualität einhergehen. Die Banalität der gestrigen „Hart aber fair“-Sendung steht hierfür exemplarisch.

Freitag, 21. Dezember 2012

Die Telekom-Odyssee - Part II


[...] Montagfrüh rief ich also direkt in dem Telekom Shop an, in dem ich die Xtra Karte erworben hatte, die angeblich gar nicht existiert. Schon als ich meine Kartennummer durchgab, konnte ich förmlich durch die Leitung riechen, dass mein Gesprächspartner nicht die geringste Ahnung hatte, wie er meinen Kauf nun rekonstruieren, geschweige denn das eigentliche Problem lösen sollte.

„Wissen Sie vielleicht noch wer der Verkäufer war?“
„Verzeihung, aber der wollte meinen Personalausweis sehen... Hätte ich etwa darauf bestehen sollen, dass mir der Verkäufer auch seinen zeigt? Ich kann Ihnen meine Kartennummer, Rufnummer und sogar die Uhrzeit des Kaufs nennen...“
„Ja ok, äääähm, ich kläre das mal und rufe sie dann innerhalb von zwei Stunden zurück, ok?“
„Ok ist das nicht, aber ich habe wohl keine Wahl...“


Eine Stunde später, dann der Rückruf eines anderen Shop-Agenten.
„[...] Sie haben um einen Rückruf gebeten?“
„Nein, ich habe darum gebeten, dass Sie endlich die Karte freischalten, die schon seit drei Tagen aktiv sein sollte.“
„Ähm ja, wir haben das mal nachgeprüft und eigentlich sollte das jetzt gehen. Wenn es in zwei Stunden nicht funktioniert, rufen Sie einfach noch mal die Hotline an.“


Glücklicherweise funktionierte es dann irgendwann. Aber das war noch lange nicht das Ende der Telekom-Odyssee. Als nächstes richtete ich den Onlinezugang ein. Überraschenderweise war dort mein Vater mit kompletter Anschrift als Karteninhaber gelistet. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie das passieren konnte, aber eines ist völlig klar, das war eine klassische Datenpanne.

Hätte ich einen Namen wie Schmidt oder Müller, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass es jemanden getroffen hätte, mit dem ich nicht verwandt bin wohl weit höher. Jedenfalls wandte ich mich schriftlich an den Kundenservice und verlangte eine Erklärung. Was dann folgte, schlug dem Fass wahrlich den Boden aus. Die Telekom reagierte wie folgt. Und das ist wirklich kein Witz! Ich habe es schwarz auf weiß.

„Da die Daten unserer Kunden dem Datenschutz unterliegen, dürfen wir nur unseren Vertragspartner selbst über einen Vertrag informieren - oder andere Personen, wenn er zustimmt. Hierfür brauchen wir eine Vollmacht, die unser Vertragspartner unterschrieben hat.

Gern klären wir die offenen Fragen, wenn sich unser Vertragspartner selbst bei uns meldet oder Sie uns eine entsprechende Vollmacht senden.“


Soll man lachen oder weinen??? Ich weiß es wirklich nicht... Dumm wie fünf Meter Feldweg. Ich bin doch der verdammte Vertragspartner! Zumindest sollte ich es sein, wenn nicht irgendeine humanoide Minimalkonfiguration meinen Vater als solchen eingesetzt hätte.

Jetzt war ich doch etwas erregt und schrieb zurück:
„[...] Können Sie eigentlich lesen? Sind Sie der dt. Sprache mächtig? Verstehen Sie, was ich hier schreibe? Falls nicht, holen Sie bitte einen Kollegen mit Lesekompetenz oder versammeln Sie gleich die ganze Abteilung vor Ihrem Bildschirm. Hauptsache mein Anliegen wird von jemandem bearbeitet, der in der Lage ist, die Problematik zu verstehen...“

„[...] gern haben wir Ihr Anliegen geprüft.
Den Fehler bei der Aktivierung Ihrer Xtra Card bitten wir zu entschuldigen. Die Vertragspartnerdaten wurden durch uns entsprechend berichtigt.“



Kein Wort zur eigentlichen Panne. Keine Erklärung, keine Entschuldigung. Und entgegen der Behauptung dieser Antwortmail, wurde überhaupt nichts korrigiert. Alles war, wie vor meiner Kontaktaufnahme. Meine nächste empörte Antwort, ob dieser Kundenverarsche wurde schließlich einfach ignoriert. Seitdem hat sich nur eines geändert. Zum Onlinezugang existiere angeblich kein aktiver Vertrag mehr, heißt es nun im Login-Bereich.

Das bedeutete, dass diese Karte, mit der weiter eifrig telefoniert und gesimst wird, gar keinen Vertragspartner (Eigentümer) hat. Möglicherweise der Traum eines jeden Kriminellen, aber nicht meiner. Mein Vater hätte eigentlich auch von der Telekom unterrichtet werden müssen, dass seine Daten „versehentlich“ preisgegeben wurden, aber da kam gar nichts. Trotz mehrfacher Kontaktaufnahme, ist rein gar nichts geschehen.

Was soll man dazu noch sagen? Sicher sind Kundendaten bei der Telekom ganz offensichtlich nicht, aber sich hinter der Datenschutzregelung zu verstecken (die das Unternehmen überhaupt erst verletzt hat), um zu dem Vorfall keine Auskunft geben zu müssen, das setzt dem Ganzen wirklich die Krone auf.

Egal ob im Telekom Shop, in der Hotline oder per Mail, man gerät stets an irgendeinen grenzdebilen Vollpfosten, der nicht in der Lage ist, auch nur die einfachsten Zusammenhänge zu verstehen, geschweige denn Anliegen zur Zufriedenheit des Kunden zu erledigen. Man möchte fast glauben, die seien da alle miteinander verwandt. Der Begriff Stallgeruch gehörte in diesem Falle wesentlich enger gefasst. In diesem Verein scheint der Genpool äußerst eingeschränkt zu sein. Oder mit anderen Worten: Alles eine Wichse!!!

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Die Telekom-Odyssee - Part I

Was die Internetverbindung betrifft sind viele ländliche Gegenden wahrlich nicht zu beneiden. Im Festnetz muss man häufig mit der Telekom vorlieb nehmen, die für ihren „Highspeed“ DSL-Anschluss mit satten 2000 kbit/s in etwa soviel verlangt, wie ein Städter für eine 50-Mbit-Verbindung bei der Konkurrenz berappt. Mobil schaut es da kaum besser aus. Zwar hat man zumindest die Wahl, allerdings erreicht man häufig nur im D1-Netz eine 3G-Verbindung. Und wenn wir ehrlich sind, eine EDGE-Verbindung ist nur leidlich besser als gar keine.

Nun wollte ich meiner werten Frau Mutter, die in einer dieser eben erwähnten ländlichen Gegenden lebt, mein altes iPhone inkl. Prepaid-Karte überreichen. Hierzu verschlug es mich (aus den oben dargelegten Gründen) in einen dieser Außenposten der Hölle mit magentafarbener Leuchtschrift.

Ich würde nur eben eine Karte kaufen, bezahlen und schon wäre ich wieder weg... Allein das stellte sich als folgenschwerer Irrtum heraus. Vier Angestellte befanden sich in mehr oder minder wichtigen Gesprächen. Die Dame vor mir ließ sich in aller Seelenruhe ihre Telefonrechnung erklären. Ich will doch nur etwas kaufen, in zwei Minuten bin ich doch wieder weg, bettelte ich in Gedanken um Nachsicht. Eine halbe Stunde später war es dann endlich so weit. Warum ich meinen Personalausweis vorlegen musste, erschloss sich mir zwar nicht, aber wenigstens konnte ich endlich bezahlen und bekam, wozu ich gekommen war.

Sim-Karte einlegen, iPhone einschalten, PIN freirubbeln und dann kann es auch schon losgehen. Ich hatte die Worte für die feierliche Übergabe schon auf den Lippen, als mir die Anzeige „kein Netz“ ins Auge fiel. Seltsam, warum wurde die PIN denn nicht abgefragt? Um es kurz zu machen, nichts half. Auch die Online-Aktivierung der Sim-Karte war nicht möglich. Und so begann die Odyssee...

Nach dem obligatorischen Kampf mit der automatischen Hotlinestimme, schilderte ich das Problem einem dieser grenzdebilen Hotline-Mitarbeiter.
„Haben sie denn schon die Aktivierungshotline angerufen?“
„Ich weiß nichts von einer Aktivierungshotline und in dem Beipackzettel steht davon auch nichts. Eigentlich erwarte ich, dass die Karte nutzbar ist, sobald ich den Shop verlassen habe. Oder ist das etwa zu viel verlangt? Im Übrigen, eine Online-Aktivierung war auch nicht möglich...“
„Online geht auch nicht. Sie haben die Karte ja in einem Shop gekauft... Warten Sie mal, ich verbinde Sie...“


„bla bla bla, was kann ich für Sie tun?“
„Ich habe eine Xtra-Karte in einem Shop gekauft, die offensichtlich nicht freigeschaltet wurde...“
„Haben Sie es schon in der Hotline versucht?“
„Wie jetzt? Was ist das denn hier?“
„Das ist die Bestellhotline.“
„Das ist jetzt ein Scherz, oder? Man hat mich doch gerade zu Ihnen weiterverbunden...“
„Das tut mir Leid, ich stelle Sie mal wieder zurück...“


Doch anstatt an die nächste Flitzpiepe zu geraten, landete ich wieder ganz am Anfang bei der Bandansage. Ganz ruhig, die können nichts dafür. Die Telekom hat wahrscheinlich nur ein soziales Projekt laufen, bei dem geistig benachteiligte Menschen eine Chance erhalten... Ruhig, alles wird gut. Also auf ein Neues...

„[...] Warten Sie bitte, ich prüfe das mal nach... Das ist ja komisch, die Nummer existiert nicht.“
„Wie existiert nicht? Mir wurde eine Karte verkauft, die nicht existiert?“
„Ja, offenbar hat Ihr Verkäufer die nicht ins System eingetragen.“
„Und jetzt?“
„Tja, da kann ich nichts machen. Jetzt ist ja auch niemand mehr im Laden. Dann müssen Sie mal nach dem Wochenende im Shop anrufen.“
„Gute Frau, ich weiß, dass das nicht Ihre Schuld ist, aber das darf doch alles nicht wahr sein, oder? Mir wird eine Karte verkauft, die nicht funktioniert, ich hänge nun mittlerweile seit einer Stunde in der kostenpflichtigen Hotline und habe absolut nichts erreicht. Kann man sich eigentlich noch schlechter präsentieren als die Telekom?“

„Ich verstehe Ihren Ärger vollkommen. Und wir in der Hotline sind nun mal Ihre Ansprechpartner...“

„Nun, der Fehler liegt eindeutig bei der Telekom, das haben Sie selbst eingeräumt. Was gedenken Sie denn nun zu tun, um mich als Kunden zu entschädigen? Mir ist ein zeitlicher wie monetärer Schaden entstanden.“
„Was möchten Sie denn?“
„Eine Gutschrift, was sonst?“
„Die kann ich Ihnen leider nicht geben. Aber ein Los der Aktion Mensch.“
„Die 20 Cent können Sie sich schenken! Wenn ich nicht zufälligerweise ein D1-Vertragshandy zur Hand hätte (mein Bruder versäumte es zu kündigen), kostete mich dieser Anruf sogar 14 Cent pro Minute. Ich will kein Los, ich will eine Gutschrift! Mir ist ein Schaden entstanden und deshalb fordere ich Entschädigung. Es geht hier ums Prinzip!“
„Wie gesagt, dazu bin ich leider nicht befugt, auch wenn ich Ihren Ärger durchaus verstehen kann.“


Was soll man dazu noch sagen? Offenbar ist sich die Telekom der Unfähigkeit ihrer Hotline-Mitarbeiter bewusst, weshalb sie diese mit null Kompetenzen ausstattet. Bei Vodafone hingegen ist Kundenzufriedenheit höchstes Gebot und Gutschriften oder individuelle Abmachungen gehören zum guten Ton.

„[...] Also gut, ich bin mit diesem ganzen Vorgang überhaupt nicht einverstanden. Und es kann doch nicht sein, dass so eine Beschwerde folgenlos bleibt, als hätte es sie nie gegeben. Geben Sie das bitte nach oben weiter. So kann man einfach nicht mit Kunden umgehen! Mich mit einem Los abspeisen zu wollen ist eine Frechheit. Und wenn ich Ihnen einen Rat geben darf, gehen Sie zu Vodafone, da dürfen sie auch Gutschriften gewähren...“

Drei Wochen später erhielt mein Bruder übrigens ein Los der Aktion Mensch. Kein Witz! Ich habe meinen Namen mehrfach genannt, erwähnt, dass ich glücklicherweise kein Telekom-Kunde mehr bin und mit einem fremden Telefon anrufe. Und was am wichtigsten ist, ich habe gesagt, dass ich kein dämliches Los haben will! Gut, streng genommen habe ich es ja auch nicht bekommen, aber ich denke, mein Standpunkt ist deutlich geworden.


Ich gebe gerne zu, dass meine Telekom-Erlebnisse so abstrus klingen, dass sie eigentlich gar nicht wahr sein können, aber es ist die Wahrheit. Und ich bin weder frustrierter Angestellter der Telekom (ich bin ja nicht grenzdebil), noch eines Konkurrenzunternehmens. Ich war ein ganz gewöhnlicher Kunde, bis mich die schier grenzenlose Unfähigkeit der Telekom in die Arme eines Wettbewerbers trieb. Und jetzt wollte ich doch nur meiner Mutter eine Freude machen...

Das Ganze Ausmaß des Wahnsinns war mir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht einmal bewusst. Wie es weiter ging, verrät demnächst ein neuer Post.

Montag, 3. Dezember 2012

Das DHL-Fiasko

Es kommt vor, dass man ein wichtiges oder zumindest ein lang erwartetes Paket persönlich in Empfang nehmen muss, da der Zusteller die Unterschrift des Empfängers benötigt. Glücklicherweise lässt sich das Zustelldatum dank der Sendungsverfolgung exakt bestimmen, so dass man sich diesen Termin freihalten kann – sollte man meinen.

Was aber, wenn sich das Paket laut Sendungsverfolgung im Zustellfahrzeug befindet, dieses aber direkt vor der eigenen Tür kehrt macht und davonfährt? Das klingt so unglaublich, dass es gar nicht wahr sein kann, nicht wahr sein darf! Ich habe schon oft gelesen, dass die überforderten Zusteller der DHL einfach ein Kärtchen in den Briefkasten werfen, ohne geklingelt zu haben, aber dass sie einfach wegfahren, das war mir neu.

Nun wohne ich in einer Sackgasse. Wenn der Fahrer diese also ansteuert, warum bringt er dann nicht auch alle Pakete in dieser Straße aus? Als ich den Fahrer am nächsten Tag freundlich fragte, ob er bereits gestern einen Zustellversuch unternommen hätte, wich dieser geschickt aus. „Gestern hatte ein Kollege die Route.“ – Elender Lügner! Und wegen dieses Zustellborats habe ich nun also meine Zeit verschwendet.



Zur Kontingenzbewältigung nutze ich, wann immer es möglich ist, eine Packstation. So bin ich wenigstens nicht vom Wohl und Wehe eines launischen Zustellers abhängig. Und bisher gab es da auch rein gar nichts zu beanstanden. Dann aber kam die DHL auf die grandiose Idee, ihre Packstationen auf das sogenannte mTAN-Verfahren umzustellen. Verkauft wurde die Umstellung als Vereinfachung des Systems und Verbesserung der Sicherheit.

Schön blöd nur, dass die Benachrichtigung über eine Sendung inkl. der neuen mTANs nicht wie üblich auch per Mail verschickt wurden, sondern ausschließlich per SMS. Wer keine Mobilnummer hinterlegt hatte, wurde gebeten die Hotline anzurufen. Eine andere Möglichkeit wie z.B. eine mTAN-Generierung im Login-Bereich war nicht möglich. Nach 30 Minuten in der Warteschleife brach ich entnervt ab. Es folgten zwei weitere Versuche. Einmal beendete der automatische Verbindungsabbruch die furchtbar nervige Warteschleifenunterhaltung, ein weiteres Mal gab ich nach über einer Stunde auf.

Meine schriftliche Bitte, mir eine mTAN an die nun aktivierte Mobilnummer zu senden, verlief ebenso erfolglos. Daraufhin ging das Paket „Return to Sender“. Ich wüsste zu gern, wie viele Mitarbeiter in dieser Ausnahmesituation für die Hotline eingeteilt waren. Zwei? Wer hat denn überhaupt so viel Zeit, stundenlang in der Warteschleife zu warten, um sich eine mTAN geben zu lassen?

Das Chaos an den Packstationen war da nur die logische Konsequenz. So etwas können sich auch wieder nur Leute mit einem mentalen Tunnelblick ausgedacht haben. Vereinfachung, Erhöhung der Sicherheit? Chaos! Diese Umstellung war in etwa so sinnvoll wie ein Brennholzverleih!

Da will uns die DHL mal wieder für vollkommen dumm verkaufen. Angeblich seien Kundendaten, entwendet und Packstationen von Kriminellen missbraucht worden. Wer’s glaubt. Bisher konnte man seine Sendungen nur dann auslösen, wenn man sich mit Karte und PIN bei der entsprechenden Packstation angemeldet hat. Die Wahrscheinlichkeit, eine vierstellige PIN zu erraten beträgt ca. 0,03 Prozent. Und selbst dann ist sie ohne die Karte völlig nutzlos. Das System entspricht somit dem einer EC-Karte. Wobei Kriminelle ja selbst im Besitz der Postkarte und der entsprechenden PIN noch nicht einmal wissen können, wann und wo eine Sendung vorliegt. Das wäre rein spekulativ. Ebenso wie der Wert der potentiellen Beute.

Der Aufwand für Kriminelle wäre extrem hoch, während sich der Ertrag in engen Grenzen halten dürfte. Da wäre es wohl lukrativer, die Packstationen mit der Haudrauf-Methode zu knacken und die Fächer einfach aufzubrechen. Wer glaubt da bitte die Mär des subtilen Datendiebstahls?

Den Nutzern der Packstationen wäre indes ohnehin kein materieller Schaden entstanden, zumal eine Standard-Paketsendung bis zu 500 Euro versichert ist. Aber die Umstellung war sicherlich ganz im Sinne des Kunden. Und natürlich merke ich mir meine kurzfristig zugesandte mTAN viel lieber als meine mir selbst ausgewählte persönliche PIN. Nur gut, dass solche Verfehlungen der Unternehmen in Zeiten von facebook und Twitter mit Shitstorms abgestraft werden. Allein interessieren wird es diese Quasi-Monopolisten nicht.

So richtig auf den Sack geht mir aber, dass mir eine solch durchschaubare Marketing-Aktion der DHL erzählen will, warum das neue System besser für mich ist und warum es mir zu gefallen hat. Diese ganze Vermarktungs- Verblendungsmaschinerie bringt mich echt zur Weißglut...

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Neues aus der Servicewüste

In der Vergangenheit habe ich mich schon einmal auf die Telekom eingeschossen. Freilich bieten Großkonzerne immer genügend Anlass zur Kritik, die Telekom spielt hier aber noch einmal in einer ganz anderen Liga. Es gibt wohl kaum ein anderes Dienstleistungsunternehmen, bei dem Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander liegen.

Die Telekom ist stets bemüht, sich als innovatives Lifestyle-Unternehmen zu präsentieren. Ob als Trikotsponsor des dt. Rekordmeister Bayern München oder durch pathetische Werbeclips wie z.B. mit Paul Potts. Es gilt die Prämisse, das eigene Image durch die Nähe zu erfolgreichen und beliebten Personen aufzupolieren. Die Beliebtheit hält sich dennoch in engen Grenzen. Dabei zählt die Marketing-Abteilung der Telekom zweifellos zum Besten, was der Konzern überhaupt zu bieten hat.

Der Privatkunde war und ist leider nur eine Melkkuh für die Telekom. Das gilt insbesondere für Festnetzkunden. Anders als im Mobilfunk-Sektor werden die Kunden hier übrigens nicht mehr von Servicemitarbeitern kontaktiert, um ihnen teure Zusatzleistungen zu verkaufen. Der Schuss ging nämlich nach hinten los. Durch die Kontaktaufnahme wurden die Kunden animiert, über den eigenen Vertrag nachzudenken. Sie stellten fest, über Jahre hinweg völlig überzogene Preise gezahlt zu haben. Das Ende vom Lied war, dass die Telekom so manche Kuh an Wettbewerber verlor oder Kunden in billigere Telekomtarife wechselten.

Diese kleine Anekdote steht sinnbildlich für die Geschäftspraktiken der Telekom. Komisch, heißt doch eine der fünf Konzernleitlinien: „Kunden begeistern“. Meines Erachtens sind damit kundenorientierte Leistungen und ein bestmöglicher Service untrennbar verbunden. Das impliziert natürlich auch, dass Kunden nicht als Milchvieh gesehen werden. Und genau da knirscht es im Gebälk.

Wie in einem früheren Post erwähnt, riet mir eine Servicemitarbeiterin der Telekom sogar zu einem Anbieterwechsel, sofern ich mit ihren Leistungen nicht zufrieden sei. Das war aber offenbar gar kein verbaler Ausrutscher, sondern tatsächlich die gängige Antwort auf Kundenunzufriedenheit. In dem konkreten Fall forderte ich von der Telekom Geld zurück, das diese illegalerweise für ihren kriminellen Vertragspartner Jamba eingezogen hatte (siehe hier: Die Telekom und die Kingeltonmafia - Part II).

Das war aber keineswegs der letzte Konflikt mit dem Kundenservice. Nach meinem Vertragsende ließ ich meine Karte zunächst auf Prepaid umstellen, um das Erscheinen des neuen iPhones abzuwarten. Ja, ja, dazu mag man sich denken, was man will... Als feststand, dass das iPhone nur im Netz der Telekom LTE beherrscht, war ich sogar willig, bei der Telekom zu verbleiben.

Ich versuchte den Vertrag online abzuschließen, um mir 10 Prozent Onlinerabatt zu sichern und natürlich auch, um nicht wieder an diese unfreundlichen und inkompetenten Hotline-Agenten zu geraten. Allerdings war mir die Portierung meiner Rufnummer nicht möglich. Also doch die Hotline anrufen.
„Ja, das geht online nicht. Ist aber kein Problem, machen wir!“
Mit keiner Silbe wurde hier erwähnt, dass mir dabei der Onlinerabatt (immerhin 120 Euro) durch die Lappen ginge. Erst auf meine Nachfrage hin wurde dies eingeräumt:
„Der Onlinerabatt ist natürlich nur online verfügbar. Den gewährt man Ihnen nur, wenn sie uns von der Hotline nicht benötigen.“
Sehr lustig, wenn das online machbar wäre, bräuchte ich die ja auch nicht.

„Komm ins beste Netz“, oder wie war das noch? Ich bin bereits Prepaid-Kunde, will nun einen Laufzeitvertrag abschließen und mir wird der übliche Rabatt verwehrt? Ich werde also praktisch als Kunde vergrault? Geht es noch absurder? Ich habe mich auch noch einmal schriftlich an den Kundenservice gewandt und mir wurde bestätigt, dass man mir nicht entgegenkommen könne. Dann müsse ich meine Drohung eben wahrmachen und wechseln. Nun gut, scheiß auf LTE, dann gehe ich eben zu Vodafone. Und was ich da erlebt habe, unterschied sich um Welten von den steifen, kundenunfreundlichen, unflexiblen und eben so gar nicht innovativen Praktiken der Telekom.

Zunächst wollte ich mich nur mal telefonisch erkundigen, aber ich wurde quasi so freundlich gebeten, gleich den Vertrag abzuschließen, dass ich gar nicht anders konnte. Meine Frage nach dem Onlinerabatt, wurde mit einem freundlichen Lachen quittiert.
„Onlinerabatt oder Neukundenrabatt oder wie auch immer. Nennen Sie's, wie Sie wollen. Aber es wäre doch wohl blöde, wenn Sie jetzt erst auflegen und das dann alles selbst machen müssten, wo ich doch gerade schon dabei bin. Also Rabatt ist dabei, ist doch selbstverständlich!“

So geht’s offenbar auch. Eine weitere Sprachflat in ein Netz meiner Wahl ist übrigens auch noch dabei. Das ist doch mal ein Wort! Bei dem Angebot und dem freundlichen Service, nehme ich die etwas geringere Netzqualität im Vergleich zum Marktführer doch gerne in Kauf.

Aufgrund schlechter Erfahrungen mit der Telekom, habe ich mir übrigens angewöhnt, meine Verträge direkt nach Abschluss wieder zu kündigen, um die Frist keinesfalls zu versäumen. Vodafone bot mir direkt eine Gutschrift über 25 Euro an, wenn ich die Kündigung vorerst zurückzöge. Und wenn der Vertrag dann tatsächlich ausliefe, würde man mir auch ein ganz individuelles neues Angebot unterbreiten können.

Wahnsinn, ich bin total geplättet. Wer hätte gedacht, dass sich die beiden schärfsten Konkurrenten im Mobilfunksektor so gravierend von einander unterscheiden? Vodafone scheint zu leben, was die Telekom lediglich vorgibt zu sein. Und während man sich bei der Telekom noch gegenseitig auf die Schulter klopft und sich selbst abfeiert, kümmert sich die Konkurrenz tatsächlich mal ernsthaft um die Bedürfnisse ihrer Kunden. Chapeau!

Samstag, 7. Juli 2012

Die Telekom und die Kingeltonmafia - Part II

Da stand ich nun. Im zweiten Monat in Folge stellte mir die Telekom Dienste von Jamba in Rechnung. Dass dies zu Unrecht geschah, muss nicht weiter betont werden. Doch wie konnte das möglich sein? Als mir der erstmalige Betrug im Vormonat mittels Kundencenter-App aufgefallen war, hatte ich veranlasst, meine Rufnummer für Drittanbieter zu sperren.

Mehr könne man zu diesem frühen Zeitpunkt nicht tun. Mit diesen Worten hatte mich eine Servicemitarbeiterin der Telekom bei meinem Beschwerdeanruf vertröstet. Also das gleiche nochmal. 2202 gewählt und die vertraute Bandansage antwortete:

„Herzlich willkommen beim Kundenservice der Telekom. Was kann ich für Sie tun?“

„Kundenberater!“
„Ich verbinde Sie jetzt mit einem Kundenberater...“
Tuut-tuut... Verbindung abgebrochen.
Das Ganze wiederholte sich noch einige Male, ehe es etwa zehn Minuten später zu folgendem Wortwechsel mit der Hotline kam.

„Herzlich willkommen beim Kundenservice der Telekom. Was kann ich für Sie tun?“
„Kundenberater!“
(mittlerweile in einem aggressiven Ton)
„Bitte präzisieren Sie Ihr Anliegen.“
„Rechnung!“
„Bitte setzen Sie sich hierzu mit einem Kundenberater in Verbindung...
Sie befinden sich jetzt wieder im Hauptmenü. Was kann ich für Sie tun?“


Eine flüchtige Bekannte, ihres Zeichens Telekom-Mitarbeiterin, hatte mir mal erzählt, dass ihr Geschäftswagen schon mehrfach von Unbekannten beschädigt wurde. Sie vermutete, es läge am Telekom-Branding. Und ganz ehrlich, in diesem Moment hatte ich Verständnis für all die Vandalen, die Ihren Frust am Eigentum der Telekom ausließen.

Als ich dann endlich eine Servicemitarbeiterin an der Strippe hatte, war diese verständlicherweise gerade nicht um Ihren Job zu beneiden. Wie sich dann allerdings herausstellte, war auch ich nicht zu beneiden, geriet ich doch an die wohl renitenteste, dummdreisteste Mitarbeiterin des gesamten Callcenters.

Es begann damit, dass sie behauptete, ich hätte die Sperrung für Drittanbieter erst für den nächsten Monat veranlasst. Da platzte mir dann doch der Kragen. Wie unverschämt kann man eigentlich sein? Mir wird also folgende sinnhafte Handlung unterstellt: Ich rufe an, um mich über eine betrügerische Abbuchung zu beschweren, verlange aber die Einzugsberechtigung des Drittanbieters erst für den übernächsten Monat zu sperren, damit sich Jamba noch einen weiteren Monat auf meine Kosten bereichern kann. So etwas nenne ich einen äußerst kreativen Umgang mit der Wahrheit. Und argumentativ so schlüssig.

Der habe ich was ins Telefon gehustet. Doch weiter im Text. Mit welchem Recht erdreistet sich die Telekom eigentlich, von ihren Kunden Geld für Verbrecher einzutreiben? Da wollte mir die Servicemitarbeiterin doch ernsthaft erzählen, dass dies vom Gesetzgeber vorgeschrieben sei.

Entschuldigung, aber das glaube ich nicht! Das mag im Vertrag zwischen Jamba und Telekom stehen, aber sicher nicht in Gesetzestexten. Meine Internet-Recherchen lassen da auch keinen anderen Schluss zu. Tatsächlich haben aber schon Mobilfunkanbieter ihren Kunden Inkassounternehmen auf den Hals gehetzt, da diese ihre Rechnung nur abzüglich der Drittanbieterkosten beglichen hatten.

Ich finde es äußerst bedenklich, dass sich ein Premiumanbieter zum Knecht der Klingeltonmafia macht. Anstatt die Kunden vor Betrügern zu schützen, treibt die Telekom auch noch Geld für solche ein. Damit macht sich die Telekom mitschuldig, schließlich sind die Machenschaften von Jamba und Co. hinlänglich bekannt.

Daraufhin offenbarte die Servicemitarbeiterin ihre ganze Beschränktheit:
„Jamba ist nicht unseriös. Schauen Sie sich doch einfach mal die Werbung an!“
„Ja gute Frau, wer im großen Stile für sich wirbt, der kann nur seriös sein. Da haben Sie Recht! Wobei, war nicht genau das die Masche von diesem Meyer? Diesem Maschmeyer?“

Am liebsten hätte ich der Frau mit dem Nacktscanner das Oberstübchen durchleuchtet. So viel Dummheit muss doch pathologisch sein!

Ich sagte ihr noch, dass ich weder Zeit noch Lust hätte, hinter meinem Geld herzulaufen und ich eigentlich davon ausging, dass mich die Telekom vor Betrügern schützt, anstatt sich zu deren Komplizen zu machen. Für mich ist das ein absoluter Kündigungsgrund! Das ist kein Service, das ist betrügerische Abzocke!

Und ich glaube nicht, dass die dann folgenden Worte der Telekom-Mitarbeiterin so autorisiert waren:
„Ja, dann kündigen Sie eben. Für Sie kommen dann andere Kunden wieder zu uns.“
„Und das ist genau die Arroganz, an der die Telekom noch mal zu Grunde geht! Guten Tag!“


Nachdem ich Jamba mit rechtlichen Schritte gedroht hatte, wurde mir der entsprechende Betrag übrigens über die Mobilfunkrechnung wieder gutgeschrieben. Tipps, sich gegen diese Abzocke zu wehren, finden sich z.B. hier:
rechtstipps.net
Kanzlei Hollweck

Mittwoch, 27. Juni 2012

Die Telekom als Vehikel der Klingeltonmafia?

Was mich wirklich zur Weißglut bringt? – Jamba! Crazy Frog, Schnuffel, Partner-Tracker und Nacktscanner... Welch degeneriertem Hirn entspringt so ein Bullshit? Und mit welchem Recht darf man die Menschheit mit solch geistigen Ausfällen belästigen? Schon gut, ich ziehe die Frage zurück. Schließlich wurden kürzlich sogar Rekordnationalspieler im TV gesichtet, die an der Zubereitung eines Spiegeleies scheitern.

Ich bildete mir jedoch ein, zumindest die Wahl zu haben, ob ich mir so etwas wie Loddar oder Schnuffel antue oder nicht. Doch weit gefehlt. Kürzlich brachte mich ein Blick auf die aktuellen monatlichen Kosten meines Mobilfunkvertrags zur Weißglut. Da wurden 4,99 Euro für „Sonstige Anbieter“ veranschlagt. Aber nicht mit mir, Freunde der Sonne.

Nachdem die Telekom-Hotline den wütenden Ruf nach einem Kundenberater vernommen hatte, wurde ich kurz darauf auch mit einem solchen verbunden. Angeblich hätte man jedoch keinen Zugriff auf Rechnungsdaten des laufenden Monats. Man könne lediglich meinen Anschluss für künftige Abbuchungen von Drittanbietern sperren.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass jeder anhand meiner Telefonnummer Ansprüche bei meinem Mobilfunkanbieter anmelden darf und dieser ohne Prüfung der Ansprüche das Geld bei mir einkassiert. Sind die Forderungen ungerechtfertigt, verweist die Telekom auf den Drittanbieter. Das stinkt doch zum Himmel!

Mein Geldinstitut ist da wesentlich kooperativer. Wenn da jemand mein Konto belastet und ich dagegen Einspruch einlege, beschafft mir das Institut mein Geld zurück! Und siehe da. Auf der Telekom-Website ist von Kooperationspartnern die Rede, die ihre Dienste über die Telefonrechnung abrechnen können. Demzufolge unterhält die Telekom also geschäftliche Beziehungen zur Klingeltonmafia und hat daher vermutlich auch gar kein Interesse daran, die eigenen Kunden vor der Abzocke zu schützen.

Am Monatsende stand schließlich fest, dass die Jesta Digital GmbH (Jamba) mich um besagte 4,99 Euro erleichtert hat. Und als sei dieser Betrug nicht schon dreist genug, ist der Anbieter telefonisch nur unter einer kostenpflichtigen Nummer erreichbar. Also habe ich kurzerhand eine böse Mail aufgesetzt, in der ich rechtliche Schritte androhte, sollte mir das Geld nicht umgehend zurückerstattet werden. Jamba versuchte sich gar nicht erst zu rechtfertigen und sicherte mir eine Rückerstattung zu. Frei nach dem Motto: „Man kann es ja mal versuchen“.

Im Übrigen will die Telekom nun auch im Folgemonat wieder 4,99 Euro für ihren Kooperationspartner von mir einziehen. Ich habe ja gehört, dass die Telekom abseits des Kerngeschäfts neue Märkte erschließen will und muss, aber doch nicht so! Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen...
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