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Montag, 16. Februar 2015

Künstliche Empörung: Warum die Apple Watch trotzdem nichts mit Krebs zu tun hat

Kürzlich bin über einen Artikel zur Apple Watch gestolpert. Schon beim Lesen des Titels - "Apple Watch und Krebs - Well, fuck you Mr. Cook" - rollte ich mit den Augen. Was dann aber folgte, war eine geschmacklose Hasstirade, deren einzige Grundlage eine möglicherweise sogar intendierte Fehlinterpretation eines Zitats von Apple CEO Tim Cook war. Emotional, polemisch und manipulativ, ja regelrecht geschmacklos.

Die erste Frage, die mir durch den Kopf ging war natürlich: Was hat die Apple Watch mit Krebs zu tun? Die Antwort ist simpel: Nichts! Ja, absolut gar nichts! Aufhänger des ganzen Artikels war im Grunde dieses Zitat von Tim Cook:

"Because a lot of doctors believe that sitting is the new cancer, right?"

Sonntag, 2. Juni 2013

Das 1x1 des Junk-Food-Verkaufs



Es ist Wochenende. Unschwer zu erkennen am Autokorso im McDrive und daran, dass sich drinnen an den Kassen lange Schlangen bilden. Ja, endlich Wochenende, endlich wieder ein Festmahl. Fette Menschen prügeln sich mit ihren vollbeladenen Tabletts um die letzten Plätze, während ihre nicht minder schwergewichtigen Kinder wie Hunde an ihnen hochspringen, weil sie es gar nicht erwarten können, endlich den Napf das Tablett vorgesetzt zu bekommen. Das große Fressen kann beginnen.

Was für ein Bild. So muss es auch in einem Schweinestall zugehen. Reine Massenabfertigung, das Gedränge ist groß, das Futter zielt nur darauf ab, die Schweine in möglichst kurzer Zeit zu mästen, es bleibt (fast) nichts übrig und ein beißender Geruch steigt in die Nase. Schlagartig wird einem bewusst, Unterschicht und Fettschicht, das gehört irgendwie zusammen.

Dienstag, 5. Februar 2013

Apple im ARD-Markencheck

Gemeinhin sollte man annehmen können, dass die Öffentlich-Rechtlichen ihrem Auftrag nachkommen, uns Bürger korrekt, unabhängig und qualitativ hochwertig zu informieren. Der Zuschauer kann unzählige Informationen von Reportagen nicht selbst nachprüfen und muss sich somit wohl oder übel auf die Methoden des investigativen Journalismus verlassen.

Nun hat die ARD ihre Glaubwürdigkeit mit dem gestrigen Markencheck jedoch stark unterminiert. Kürzlich hatte sich bereits der Konzern TUI über eine nicht repräsentative und einseitige Darstellung beschwert. Sollte der Vorwurf stimmen, so wäre das ein schwerer Schlag für die Kredibilität des Formats. Dass TUIs Protest womöglich nicht ganz unbegründet ist, lässt der neuste ARD-Markencheck vermuten.

Dienstag, 8. Januar 2013

Plasbergs lahmer Talk über Lebensmittel

Am Montag diskutierte Frank Plasberg mit seinen Gästen zum Thema: „Die Supermarkt-Lüge – Wie gut und fair kann günstig sein?“ Trotz der eigentlich viel zu kurz gegriffenen Versteifung auf Supermärkte, hätte es durchaus interessant werden können. Doch leider verließ die Diskussion nur selten das Fahrwasser der Banalität.

Das mag mitunter auch an der Auswahl der Gäste gelegen haben. Während die Vertreter der Industrie sowie des Handels in Person von Stefan Genth und Jürgen Abraham in die Sendung passten und ihre Sache durchaus zu verkaufen wussten, blieben die Verfechter des „guten“ Essens leider vollkommen blass. Bezeichnend, dass Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks, Koch Vincent Kling und Kabarettist Bernd Stelter allesamt auf der Gehaltsliste der Öffentlich-Rechtlichen stehen. Das nennt man dann wohl selbstreferentiell.

Vincent Kling hatte zwar den einen oder anderen Lacher auf seiner Seite, versagte aber beim Geschmackstest von Bio- und Supermarktfleisch. Auch die Schilderung des Speiseplans (u.a. Grieß- und Haferbrei) seiner 92-jährigen Schwiegermutter, ließ dem Zuschauer nicht gerade das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Bernd Stelter dagegen legte besonderen Wert auf Wursttheken-Romantik. Dass die Qualität dieses Fleisches nicht besser ist als die des abgepackten Äquivalentes, bedarf dabei keiner weiteren Erläuterung. Der höhere Preis der Thekenprodukte rechtfertigt sich jedoch durch den höheren Personalaufwand, wie Jürgen Abraham einwarf. Was nun eigentlich Stelters Anliegen war, blieb ihm vermutlich selbst schleierhaft.

Derweil diskreditierte sich Yvonne Willicks permanent selbst. Ihre redundante Forderung nach mehr Produkt-Informationen auf Verpackungen wirkte geradewegs penetrant und veranlasste einen Zuschauer zu einem süffisanten Kommentar auf facebook. „Frau Willicks möchte am liebsten noch auf der Verpackung stehen haben, welche Hobbys der Bauer hat.“

Dass Louisiana-Flusskrebse nicht etwa aus dem Mississippi, sondern aus Binnenfischerei in China stammen, vermag heutzutage nicht wirklich zu verwundern. Ebenso finden Lachse und Forellen aus Aquakulturen in Norwegen bzw. Polen den Weg in die Supermarktregale. Das ist lediglich das Äquivalent zur Massentierhaltung von Hühnern, Kühen und Schweinen. Anders lässt sich die enorme Nachfrage aber wohl gar nicht mehr decken. Ob dies ethisch und ökologisch vertretbar ist, steht auf einem anderen Blatt.

Leider verpasste es die Talkrunde auf die wirklichen Verbrauchertäuschungen und Lügen der Industrie einzugehen. Natürlich bewegen sich diese in einem gesetzlichen Rahmen, aber das liegt selbstverständlich auch an der Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie. Wirklich katastrophal ist es doch, wenn ein Lebensmittel suggeriert etwas zu sein, was es de facto nicht ist.

Fruchtjoghurt beispielsweise, der mit den Abbildungen herrlicher Früchte auf den Deckeln lockt und mit gesundheitsfördernden Joghurtkulturen wirbt. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe und die Nährwertangaben aber verrät, dass diese Joghurts zu einem Großteil aus Zucker bestehen und der Geschmack ausschließlich (natürlichen) Aromen zuzuschreiben ist. Das ist Verbrauchertäuschung!

In Fällen wie diesen wirkt der von Herrn Abraham ins Feld geführte „mündige Verbraucher“ geradewegs lächerlich. Selbstverständlich schmeckt der Joghurt bei den zugesetzten Aromen und all dem Zucker. Das ist aber auch kein Wunder. Jeder Chemie-Lehrer könnte Naturjoghurt mit Zucker und ein paar Tröpfchen Chemie in einen leckeren Joghurt verwandeln. Die Frage ist nur, ob wir das wirklich wollen.

Tragischerweise aber haben wir in diesem Fall z.B. nur die Wahl zwischen Kauf und Nicht-Kauf, die große Produktvielfalt ist nämlich nur eine trügerische Wahlfreiheit. Selbst höherpreisige Marken wie Landliebe oder Weihenstephan benutzen Aromen. In keinem einzigen Supermarkt fand ich bisher einen natürlichen Fruchtjoghurt ohne zugesetzte Aromastoffe. Ebenso werden vermeintlich hochwertige Produkte wie z.B. Bertolli-Pesto mit billigen Inhaltsstoffen gestreckt. Dass Kartoffelflocken in einem echten Pesto nichts verloren haben, dürfte nicht nur Italienern bekannt sein.

Selbst mit Bio-Produkten wird enorm viel Schindluder getrieben. Wie kann es sein, dass Bio-Honig laut Etikett aus EG- und nicht-EG-Ländern zusammengemixt wird? Einzig der wesentlich teurere echte dt. Imker-Honig ist qualitativ hochwertig und als regional vertriebenes Produkt ökologisch vertretbar (obwohl er kein Bio-Siegel trägt). Wie ist es zu rechtfertigen, dass Bio-Kartoffeln in Ägypten angebaut und dafür Unmengen kostbaren Wassers verschwendet werden, während in Deutschland gleichzeitig Ackerland brach liegt und sogar Kartoffeln vernichtet werden müssen? – Was hat das noch mit Ökologie zu tun?

Fettreduzierte Milchprodukte enthalten häufig einen höheren Zuckeranteil, um den Geschmack beizubehalten. Und das, obwohl der menschliche Organismus wesentlich besser Fett verarbeiten kann als Zucker. All so etwas kann man nur wissen, wenn man zufällig darüber gestolpert ist oder darauf hingewiesen wird. Die Industrie aber wünscht sich unmündige und unkritische Verbraucher.

Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass insbesondere für Kinder beworbene Lebensmittel, wie Kellogg’s Müsli, Milchschnitte oder Capri-Sonne viel zu große Mengen an Zucker und Kalorien enthalten. Auf diese Weise züchtet sich die Industrie schon die Kunden von morgen. Es ist schließlich auch kein Geheimnis, dass Zucker zu Heißhungerattacken und damit zu mehr Konsum führt. Darüber hinaus sind die zuckerhaltigen Produkte natürlich auch wesentlich teurer als beispielsweise Obst oder Gemüse.

Aber über all dies verlor die Talkrunde kein Wort. Warum hat man Herrn Abraham als Vertreter für Firmen wie Nestlé und Kraft nicht auf diese Verbrauchertäuschungen und Lügen der Industrie festgenagelt? Warum ließ man Herrn Genth nicht erklären, wieso Waren aus dem Ausland, die unter katastrophalen ökologischen Umständen hergestellt werden, den Weg ins Regal schaffen, während heimische Produzenten ihre Ware vernichten müssen?

Und auf die TV-Combo aus Koch, Hauswirtschafterin und Abspeck-Komiker hätte man getrost verzichten können. Sie trugen rein gar nichts zur Diskussion bei. An ihrer Stelle wären Lebensmitteltechniker, Verbraucherschützer, Vertreter von relevanten Verbänden wie z.B. Foodwatch oder Greenpeace und vor allem auch Politiker die wesentlich interessanteren Gäste gewesen.

Wieder einmal haben uns die Öffentlich-Rechtlichen eindrucksvoll vor Augen geführt, dass hohe Kosten nicht immer mit guter Qualität einhergehen. Die Banalität der gestrigen „Hart aber fair“-Sendung steht hierfür exemplarisch.

Montag, 3. Dezember 2012

Das DHL-Fiasko

Es kommt vor, dass man ein wichtiges oder zumindest ein lang erwartetes Paket persönlich in Empfang nehmen muss, da der Zusteller die Unterschrift des Empfängers benötigt. Glücklicherweise lässt sich das Zustelldatum dank der Sendungsverfolgung exakt bestimmen, so dass man sich diesen Termin freihalten kann – sollte man meinen.

Was aber, wenn sich das Paket laut Sendungsverfolgung im Zustellfahrzeug befindet, dieses aber direkt vor der eigenen Tür kehrt macht und davonfährt? Das klingt so unglaublich, dass es gar nicht wahr sein kann, nicht wahr sein darf! Ich habe schon oft gelesen, dass die überforderten Zusteller der DHL einfach ein Kärtchen in den Briefkasten werfen, ohne geklingelt zu haben, aber dass sie einfach wegfahren, das war mir neu.

Nun wohne ich in einer Sackgasse. Wenn der Fahrer diese also ansteuert, warum bringt er dann nicht auch alle Pakete in dieser Straße aus? Als ich den Fahrer am nächsten Tag freundlich fragte, ob er bereits gestern einen Zustellversuch unternommen hätte, wich dieser geschickt aus. „Gestern hatte ein Kollege die Route.“ – Elender Lügner! Und wegen dieses Zustellborats habe ich nun also meine Zeit verschwendet.



Zur Kontingenzbewältigung nutze ich, wann immer es möglich ist, eine Packstation. So bin ich wenigstens nicht vom Wohl und Wehe eines launischen Zustellers abhängig. Und bisher gab es da auch rein gar nichts zu beanstanden. Dann aber kam die DHL auf die grandiose Idee, ihre Packstationen auf das sogenannte mTAN-Verfahren umzustellen. Verkauft wurde die Umstellung als Vereinfachung des Systems und Verbesserung der Sicherheit.

Schön blöd nur, dass die Benachrichtigung über eine Sendung inkl. der neuen mTANs nicht wie üblich auch per Mail verschickt wurden, sondern ausschließlich per SMS. Wer keine Mobilnummer hinterlegt hatte, wurde gebeten die Hotline anzurufen. Eine andere Möglichkeit wie z.B. eine mTAN-Generierung im Login-Bereich war nicht möglich. Nach 30 Minuten in der Warteschleife brach ich entnervt ab. Es folgten zwei weitere Versuche. Einmal beendete der automatische Verbindungsabbruch die furchtbar nervige Warteschleifenunterhaltung, ein weiteres Mal gab ich nach über einer Stunde auf.

Meine schriftliche Bitte, mir eine mTAN an die nun aktivierte Mobilnummer zu senden, verlief ebenso erfolglos. Daraufhin ging das Paket „Return to Sender“. Ich wüsste zu gern, wie viele Mitarbeiter in dieser Ausnahmesituation für die Hotline eingeteilt waren. Zwei? Wer hat denn überhaupt so viel Zeit, stundenlang in der Warteschleife zu warten, um sich eine mTAN geben zu lassen?

Das Chaos an den Packstationen war da nur die logische Konsequenz. So etwas können sich auch wieder nur Leute mit einem mentalen Tunnelblick ausgedacht haben. Vereinfachung, Erhöhung der Sicherheit? Chaos! Diese Umstellung war in etwa so sinnvoll wie ein Brennholzverleih!

Da will uns die DHL mal wieder für vollkommen dumm verkaufen. Angeblich seien Kundendaten, entwendet und Packstationen von Kriminellen missbraucht worden. Wer’s glaubt. Bisher konnte man seine Sendungen nur dann auslösen, wenn man sich mit Karte und PIN bei der entsprechenden Packstation angemeldet hat. Die Wahrscheinlichkeit, eine vierstellige PIN zu erraten beträgt ca. 0,03 Prozent. Und selbst dann ist sie ohne die Karte völlig nutzlos. Das System entspricht somit dem einer EC-Karte. Wobei Kriminelle ja selbst im Besitz der Postkarte und der entsprechenden PIN noch nicht einmal wissen können, wann und wo eine Sendung vorliegt. Das wäre rein spekulativ. Ebenso wie der Wert der potentiellen Beute.

Der Aufwand für Kriminelle wäre extrem hoch, während sich der Ertrag in engen Grenzen halten dürfte. Da wäre es wohl lukrativer, die Packstationen mit der Haudrauf-Methode zu knacken und die Fächer einfach aufzubrechen. Wer glaubt da bitte die Mär des subtilen Datendiebstahls?

Den Nutzern der Packstationen wäre indes ohnehin kein materieller Schaden entstanden, zumal eine Standard-Paketsendung bis zu 500 Euro versichert ist. Aber die Umstellung war sicherlich ganz im Sinne des Kunden. Und natürlich merke ich mir meine kurzfristig zugesandte mTAN viel lieber als meine mir selbst ausgewählte persönliche PIN. Nur gut, dass solche Verfehlungen der Unternehmen in Zeiten von facebook und Twitter mit Shitstorms abgestraft werden. Allein interessieren wird es diese Quasi-Monopolisten nicht.

So richtig auf den Sack geht mir aber, dass mir eine solch durchschaubare Marketing-Aktion der DHL erzählen will, warum das neue System besser für mich ist und warum es mir zu gefallen hat. Diese ganze Vermarktungs- Verblendungsmaschinerie bringt mich echt zur Weißglut...

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Neues aus der Servicewüste

In der Vergangenheit habe ich mich schon einmal auf die Telekom eingeschossen. Freilich bieten Großkonzerne immer genügend Anlass zur Kritik, die Telekom spielt hier aber noch einmal in einer ganz anderen Liga. Es gibt wohl kaum ein anderes Dienstleistungsunternehmen, bei dem Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander liegen.

Die Telekom ist stets bemüht, sich als innovatives Lifestyle-Unternehmen zu präsentieren. Ob als Trikotsponsor des dt. Rekordmeister Bayern München oder durch pathetische Werbeclips wie z.B. mit Paul Potts. Es gilt die Prämisse, das eigene Image durch die Nähe zu erfolgreichen und beliebten Personen aufzupolieren. Die Beliebtheit hält sich dennoch in engen Grenzen. Dabei zählt die Marketing-Abteilung der Telekom zweifellos zum Besten, was der Konzern überhaupt zu bieten hat.

Der Privatkunde war und ist leider nur eine Melkkuh für die Telekom. Das gilt insbesondere für Festnetzkunden. Anders als im Mobilfunk-Sektor werden die Kunden hier übrigens nicht mehr von Servicemitarbeitern kontaktiert, um ihnen teure Zusatzleistungen zu verkaufen. Der Schuss ging nämlich nach hinten los. Durch die Kontaktaufnahme wurden die Kunden animiert, über den eigenen Vertrag nachzudenken. Sie stellten fest, über Jahre hinweg völlig überzogene Preise gezahlt zu haben. Das Ende vom Lied war, dass die Telekom so manche Kuh an Wettbewerber verlor oder Kunden in billigere Telekomtarife wechselten.

Diese kleine Anekdote steht sinnbildlich für die Geschäftspraktiken der Telekom. Komisch, heißt doch eine der fünf Konzernleitlinien: „Kunden begeistern“. Meines Erachtens sind damit kundenorientierte Leistungen und ein bestmöglicher Service untrennbar verbunden. Das impliziert natürlich auch, dass Kunden nicht als Milchvieh gesehen werden. Und genau da knirscht es im Gebälk.

Wie in einem früheren Post erwähnt, riet mir eine Servicemitarbeiterin der Telekom sogar zu einem Anbieterwechsel, sofern ich mit ihren Leistungen nicht zufrieden sei. Das war aber offenbar gar kein verbaler Ausrutscher, sondern tatsächlich die gängige Antwort auf Kundenunzufriedenheit. In dem konkreten Fall forderte ich von der Telekom Geld zurück, das diese illegalerweise für ihren kriminellen Vertragspartner Jamba eingezogen hatte (siehe hier: Die Telekom und die Kingeltonmafia - Part II).

Das war aber keineswegs der letzte Konflikt mit dem Kundenservice. Nach meinem Vertragsende ließ ich meine Karte zunächst auf Prepaid umstellen, um das Erscheinen des neuen iPhones abzuwarten. Ja, ja, dazu mag man sich denken, was man will... Als feststand, dass das iPhone nur im Netz der Telekom LTE beherrscht, war ich sogar willig, bei der Telekom zu verbleiben.

Ich versuchte den Vertrag online abzuschließen, um mir 10 Prozent Onlinerabatt zu sichern und natürlich auch, um nicht wieder an diese unfreundlichen und inkompetenten Hotline-Agenten zu geraten. Allerdings war mir die Portierung meiner Rufnummer nicht möglich. Also doch die Hotline anrufen.
„Ja, das geht online nicht. Ist aber kein Problem, machen wir!“
Mit keiner Silbe wurde hier erwähnt, dass mir dabei der Onlinerabatt (immerhin 120 Euro) durch die Lappen ginge. Erst auf meine Nachfrage hin wurde dies eingeräumt:
„Der Onlinerabatt ist natürlich nur online verfügbar. Den gewährt man Ihnen nur, wenn sie uns von der Hotline nicht benötigen.“
Sehr lustig, wenn das online machbar wäre, bräuchte ich die ja auch nicht.

„Komm ins beste Netz“, oder wie war das noch? Ich bin bereits Prepaid-Kunde, will nun einen Laufzeitvertrag abschließen und mir wird der übliche Rabatt verwehrt? Ich werde also praktisch als Kunde vergrault? Geht es noch absurder? Ich habe mich auch noch einmal schriftlich an den Kundenservice gewandt und mir wurde bestätigt, dass man mir nicht entgegenkommen könne. Dann müsse ich meine Drohung eben wahrmachen und wechseln. Nun gut, scheiß auf LTE, dann gehe ich eben zu Vodafone. Und was ich da erlebt habe, unterschied sich um Welten von den steifen, kundenunfreundlichen, unflexiblen und eben so gar nicht innovativen Praktiken der Telekom.

Zunächst wollte ich mich nur mal telefonisch erkundigen, aber ich wurde quasi so freundlich gebeten, gleich den Vertrag abzuschließen, dass ich gar nicht anders konnte. Meine Frage nach dem Onlinerabatt, wurde mit einem freundlichen Lachen quittiert.
„Onlinerabatt oder Neukundenrabatt oder wie auch immer. Nennen Sie's, wie Sie wollen. Aber es wäre doch wohl blöde, wenn Sie jetzt erst auflegen und das dann alles selbst machen müssten, wo ich doch gerade schon dabei bin. Also Rabatt ist dabei, ist doch selbstverständlich!“

So geht’s offenbar auch. Eine weitere Sprachflat in ein Netz meiner Wahl ist übrigens auch noch dabei. Das ist doch mal ein Wort! Bei dem Angebot und dem freundlichen Service, nehme ich die etwas geringere Netzqualität im Vergleich zum Marktführer doch gerne in Kauf.

Aufgrund schlechter Erfahrungen mit der Telekom, habe ich mir übrigens angewöhnt, meine Verträge direkt nach Abschluss wieder zu kündigen, um die Frist keinesfalls zu versäumen. Vodafone bot mir direkt eine Gutschrift über 25 Euro an, wenn ich die Kündigung vorerst zurückzöge. Und wenn der Vertrag dann tatsächlich ausliefe, würde man mir auch ein ganz individuelles neues Angebot unterbreiten können.

Wahnsinn, ich bin total geplättet. Wer hätte gedacht, dass sich die beiden schärfsten Konkurrenten im Mobilfunksektor so gravierend von einander unterscheiden? Vodafone scheint zu leben, was die Telekom lediglich vorgibt zu sein. Und während man sich bei der Telekom noch gegenseitig auf die Schulter klopft und sich selbst abfeiert, kümmert sich die Konkurrenz tatsächlich mal ernsthaft um die Bedürfnisse ihrer Kunden. Chapeau!
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