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Samstag, 7. Juli 2012

Die Telekom und die Kingeltonmafia - Part II

Da stand ich nun. Im zweiten Monat in Folge stellte mir die Telekom Dienste von Jamba in Rechnung. Dass dies zu Unrecht geschah, muss nicht weiter betont werden. Doch wie konnte das möglich sein? Als mir der erstmalige Betrug im Vormonat mittels Kundencenter-App aufgefallen war, hatte ich veranlasst, meine Rufnummer für Drittanbieter zu sperren.

Mehr könne man zu diesem frühen Zeitpunkt nicht tun. Mit diesen Worten hatte mich eine Servicemitarbeiterin der Telekom bei meinem Beschwerdeanruf vertröstet. Also das gleiche nochmal. 2202 gewählt und die vertraute Bandansage antwortete:

„Herzlich willkommen beim Kundenservice der Telekom. Was kann ich für Sie tun?“

„Kundenberater!“
„Ich verbinde Sie jetzt mit einem Kundenberater...“
Tuut-tuut... Verbindung abgebrochen.
Das Ganze wiederholte sich noch einige Male, ehe es etwa zehn Minuten später zu folgendem Wortwechsel mit der Hotline kam.

„Herzlich willkommen beim Kundenservice der Telekom. Was kann ich für Sie tun?“
„Kundenberater!“
(mittlerweile in einem aggressiven Ton)
„Bitte präzisieren Sie Ihr Anliegen.“
„Rechnung!“
„Bitte setzen Sie sich hierzu mit einem Kundenberater in Verbindung...
Sie befinden sich jetzt wieder im Hauptmenü. Was kann ich für Sie tun?“


Eine flüchtige Bekannte, ihres Zeichens Telekom-Mitarbeiterin, hatte mir mal erzählt, dass ihr Geschäftswagen schon mehrfach von Unbekannten beschädigt wurde. Sie vermutete, es läge am Telekom-Branding. Und ganz ehrlich, in diesem Moment hatte ich Verständnis für all die Vandalen, die Ihren Frust am Eigentum der Telekom ausließen.

Als ich dann endlich eine Servicemitarbeiterin an der Strippe hatte, war diese verständlicherweise gerade nicht um Ihren Job zu beneiden. Wie sich dann allerdings herausstellte, war auch ich nicht zu beneiden, geriet ich doch an die wohl renitenteste, dummdreisteste Mitarbeiterin des gesamten Callcenters.

Es begann damit, dass sie behauptete, ich hätte die Sperrung für Drittanbieter erst für den nächsten Monat veranlasst. Da platzte mir dann doch der Kragen. Wie unverschämt kann man eigentlich sein? Mir wird also folgende sinnhafte Handlung unterstellt: Ich rufe an, um mich über eine betrügerische Abbuchung zu beschweren, verlange aber die Einzugsberechtigung des Drittanbieters erst für den übernächsten Monat zu sperren, damit sich Jamba noch einen weiteren Monat auf meine Kosten bereichern kann. So etwas nenne ich einen äußerst kreativen Umgang mit der Wahrheit. Und argumentativ so schlüssig.

Der habe ich was ins Telefon gehustet. Doch weiter im Text. Mit welchem Recht erdreistet sich die Telekom eigentlich, von ihren Kunden Geld für Verbrecher einzutreiben? Da wollte mir die Servicemitarbeiterin doch ernsthaft erzählen, dass dies vom Gesetzgeber vorgeschrieben sei.

Entschuldigung, aber das glaube ich nicht! Das mag im Vertrag zwischen Jamba und Telekom stehen, aber sicher nicht in Gesetzestexten. Meine Internet-Recherchen lassen da auch keinen anderen Schluss zu. Tatsächlich haben aber schon Mobilfunkanbieter ihren Kunden Inkassounternehmen auf den Hals gehetzt, da diese ihre Rechnung nur abzüglich der Drittanbieterkosten beglichen hatten.

Ich finde es äußerst bedenklich, dass sich ein Premiumanbieter zum Knecht der Klingeltonmafia macht. Anstatt die Kunden vor Betrügern zu schützen, treibt die Telekom auch noch Geld für solche ein. Damit macht sich die Telekom mitschuldig, schließlich sind die Machenschaften von Jamba und Co. hinlänglich bekannt.

Daraufhin offenbarte die Servicemitarbeiterin ihre ganze Beschränktheit:
„Jamba ist nicht unseriös. Schauen Sie sich doch einfach mal die Werbung an!“
„Ja gute Frau, wer im großen Stile für sich wirbt, der kann nur seriös sein. Da haben Sie Recht! Wobei, war nicht genau das die Masche von diesem Meyer? Diesem Maschmeyer?“

Am liebsten hätte ich der Frau mit dem Nacktscanner das Oberstübchen durchleuchtet. So viel Dummheit muss doch pathologisch sein!

Ich sagte ihr noch, dass ich weder Zeit noch Lust hätte, hinter meinem Geld herzulaufen und ich eigentlich davon ausging, dass mich die Telekom vor Betrügern schützt, anstatt sich zu deren Komplizen zu machen. Für mich ist das ein absoluter Kündigungsgrund! Das ist kein Service, das ist betrügerische Abzocke!

Und ich glaube nicht, dass die dann folgenden Worte der Telekom-Mitarbeiterin so autorisiert waren:
„Ja, dann kündigen Sie eben. Für Sie kommen dann andere Kunden wieder zu uns.“
„Und das ist genau die Arroganz, an der die Telekom noch mal zu Grunde geht! Guten Tag!“


Nachdem ich Jamba mit rechtlichen Schritte gedroht hatte, wurde mir der entsprechende Betrag übrigens über die Mobilfunkrechnung wieder gutgeschrieben. Tipps, sich gegen diese Abzocke zu wehren, finden sich z.B. hier:
rechtstipps.net
Kanzlei Hollweck

Mittwoch, 27. Juni 2012

Die Telekom als Vehikel der Klingeltonmafia?

Was mich wirklich zur Weißglut bringt? – Jamba! Crazy Frog, Schnuffel, Partner-Tracker und Nacktscanner... Welch degeneriertem Hirn entspringt so ein Bullshit? Und mit welchem Recht darf man die Menschheit mit solch geistigen Ausfällen belästigen? Schon gut, ich ziehe die Frage zurück. Schließlich wurden kürzlich sogar Rekordnationalspieler im TV gesichtet, die an der Zubereitung eines Spiegeleies scheitern.

Ich bildete mir jedoch ein, zumindest die Wahl zu haben, ob ich mir so etwas wie Loddar oder Schnuffel antue oder nicht. Doch weit gefehlt. Kürzlich brachte mich ein Blick auf die aktuellen monatlichen Kosten meines Mobilfunkvertrags zur Weißglut. Da wurden 4,99 Euro für „Sonstige Anbieter“ veranschlagt. Aber nicht mit mir, Freunde der Sonne.

Nachdem die Telekom-Hotline den wütenden Ruf nach einem Kundenberater vernommen hatte, wurde ich kurz darauf auch mit einem solchen verbunden. Angeblich hätte man jedoch keinen Zugriff auf Rechnungsdaten des laufenden Monats. Man könne lediglich meinen Anschluss für künftige Abbuchungen von Drittanbietern sperren.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass jeder anhand meiner Telefonnummer Ansprüche bei meinem Mobilfunkanbieter anmelden darf und dieser ohne Prüfung der Ansprüche das Geld bei mir einkassiert. Sind die Forderungen ungerechtfertigt, verweist die Telekom auf den Drittanbieter. Das stinkt doch zum Himmel!

Mein Geldinstitut ist da wesentlich kooperativer. Wenn da jemand mein Konto belastet und ich dagegen Einspruch einlege, beschafft mir das Institut mein Geld zurück! Und siehe da. Auf der Telekom-Website ist von Kooperationspartnern die Rede, die ihre Dienste über die Telefonrechnung abrechnen können. Demzufolge unterhält die Telekom also geschäftliche Beziehungen zur Klingeltonmafia und hat daher vermutlich auch gar kein Interesse daran, die eigenen Kunden vor der Abzocke zu schützen.

Am Monatsende stand schließlich fest, dass die Jesta Digital GmbH (Jamba) mich um besagte 4,99 Euro erleichtert hat. Und als sei dieser Betrug nicht schon dreist genug, ist der Anbieter telefonisch nur unter einer kostenpflichtigen Nummer erreichbar. Also habe ich kurzerhand eine böse Mail aufgesetzt, in der ich rechtliche Schritte androhte, sollte mir das Geld nicht umgehend zurückerstattet werden. Jamba versuchte sich gar nicht erst zu rechtfertigen und sicherte mir eine Rückerstattung zu. Frei nach dem Motto: „Man kann es ja mal versuchen“.

Im Übrigen will die Telekom nun auch im Folgemonat wieder 4,99 Euro für ihren Kooperationspartner von mir einziehen. Ich habe ja gehört, dass die Telekom abseits des Kerngeschäfts neue Märkte erschließen will und muss, aber doch nicht so! Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen...
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