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Mittwoch, 4. September 2013

Stromirrsinn: Sieht so die Energiewende aus?



Aus aktuellem Anlass könnte man sich zwar auch mit dem "Kanzlerduell" oder der bevorstehende Wahl auseinandersetzen, aber irgendwie wäre das doch reichlich unspektakulär. Man hat ohnehin das Gefühl, dass alles nur noch ein Einheitsbrei ist...

Sicher, dass eine Regierung aus CDU und FDP den Ausstieg aus der Atomkraft beschließt, kam schon irgendwie unerwartet, dass sie es letztendlich irgendwie total verbockt jedoch nicht. Überhaupt geschah das Ganze wohl weniger aus Überzeugung, als vielmehr, um einfach mal ein Kernthema von Rot-Grün zu besetzen und so dem Ruf nach einem Regierungswechsel den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Es ist schon irgendwie bezeichnend, wenn Politiker achselzuckend sagen, dass sie mit einem solchen Boom der regenerativen Energien nicht gerechnet hätten. Stimmt, es konnte ja auch keiner ahnen, dass die hohen garantierten Abnahmepreise einen solchen Anreiz darstellen. Und so produzierte Deutschland bereits im vergangenem Jahr trotz Stilllegung mehrerer Atommeiler - bei einem Gesamtvolumen von 617,6 Terawattstunden - einen Stromüberschuss von mehr als 23 Terawattstunden (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie).

Freitag, 5. Juli 2013

Gesetze sind für die Menschen gemacht, nicht umgekehrt!



Sicher, es ist derzeit viel los in der (Medien-)Welt. Erst die Proteste in der Türkei, dann stürzen Volk und Militär den ägyptischen Präsidenten und ganz nebenbei erfahren wir auch noch, dass uns Briten und Amerikaner (und wer weiß wer sonst noch?), eiskalt ausspionieren. Kein Telefonat, keine eMail, keine SMS, kein Facebook- oder Blog-Post bleiben den Überwachern verborgen. Big Brother is watching us all - always!

Aber Herrschaften, was mich wirklich zur Weißglut bringt, das sind die Störenfriede im eigenen Land! Oh ja, die gibt es und jeder von uns gerät früher oder später an diese frustrierten Profilneurotiker. Manchmal ist es der Fußball-Schiedsrichter in der Kreisliga, der gelbe Karten für Trikotziehen oder Meckern verteilt, die Blutgrätsche aber als legitimes Mittel im Kampf um den Ball ansieht. Diese Typen schaffen es nicht selten, beide Mannschaften und Zuschauer gleichermaßen gegen sich aufzubringen. Ein Zustand, den sie sogar regelrecht zu genießen scheinen. Diese 90 Minuten Macht sind für sie das Größte. Platzverweise für Spieler und Zuschauer inklusive...

Mittwoch, 29. Mai 2013

Angriff auf die Netzneutralität: Telekom kippt die Flatrate


Wie oft habe ich auf diesem Blog schon gegen die Telekom gewettert? Dieser Verein macht es einem aber auch wirklich, wirklich schwer, ihn zu mögen. Die Telekom ist quasi der FC Bayern der Telekommunikationsbranche, nur noch verhasster. Wenn überhaupt mögen vielleicht einige Mitarbeiter die Telekom und das liegt entweder an der Indoktrination (die Telekom feiert sich gerne selbst, das gehört zum festen Ritus) oder aber an der überdurchschnittlichen Bezahlung. Wer letztendlich den Wasserkopf der Telekom bezahlt? Klar, der Kunde!

Und jetzt will uns die Telekom auch noch einer der besten und wichtigsten Errungenschaften des Internetzeitalters berauben - der Flatrate. Warum "bombt" uns die Telekom nicht gleich zurück in die Internetsteinzeit und lässt uns alle wieder mit einer 64-kbit/s-Verbindung durch das Netz kriechen? Das Internet gehört heute zu den Grundbedürfnissen und es wird - da bin ich sicher - das Fernsehen über kurz oder lang als wichtigstes Massenmedium ablösen.

Sonntag, 27. Januar 2013

Rundfunkbeitrag ist verfassungswidrig

Ich habe mich hier schon einmal über den neuen Beitrag ausgelassen, doch vielleicht kommt ja jetzt endlich etwas Bewegung in die Sache. Der Leipziger Verfassungsrechtler Prof. Dr. Christoph Degenhardt stellte in einem Gutachten für den Handelsverband Deutschland (HDE) fest, dass es sich bei dem neuen Rundfunkbeitrag sehr wohl um eine Steuer handelt, zu deren Beschluss die Länder nicht befugt sind. Der Rundfunkbeitrag ist damit verfassungswidrig.

Ob und inwieweit Unternehmen nun stärker belastet werden, wie beispielsweise auch die Handelskette Rossmann, dürfte dem gewöhnlichen Bürger jedoch herzlich egal sein. Möglicherweise führt das Gutachten jedoch auch dazu, den Beitrag bzw. die Steuer noch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Die neue Erhebung ist nämlich an mehr als einer Stelle ungerecht und vollkommen absurd. So ist beispielsweise für einen Zweitwohnsitz ein weiterer Beitrag in voller Höhe zu entrichten. Um dem gerecht werden zu können, müsste sich der Nutzer wohl zweiteilen können. Und während sich ALG-II und BAföG-Empfänger befreien lassen können, müssen Geringverdiener zahlen, obwohl sie mitunter sogar weniger Geld zur Verfügung haben als erstgenannte. Ist das gerecht?

Darüber hinaus muss auch die Frage erlaubt sein, warum Bürger für etwas zahlen sollen, das sie gar nicht nutzen (wollen). Technisch gesehen stellt es kein Problem dar, die Programme zu verschlüsseln. Die Digital- und HD-Programme der privaten Anbieter sind schließlich auch nur mittels einer Smartcard zu empfangen. Schwarzsehen wäre dann praktisch unmöglich. Im Gegensatz zu anderen Pay-TV-Sendern dürfte sich die Anzahl der Hacker schon aus Altersgründen sehr in Grenzen halten.

Der einzige Grund, warum die Möglichkeit der Verschlüsselung nicht ernsthaft in Betracht gezogen wird, ist die Angst vor den Folgen. Was, wenn sich tatsächlich viele Leute gegen die Öffentlich-Rechtlichen entscheiden sollten? Der ganze Apparat ist so aufgeblasen, dass das Geld an allen Ecken und Enden fehlen würde. Jährlich verschlingen die Öffentlich-Rechtlichen ca. 8 Milliarden Euro.

Die Verantwortlichen sagen dann immer gerne, dass die Demokratie jedem Bürger die ca. 18 Euro im Monat wert sein sollte. Das klingt nicht nur ziemlich abgehoben und selbstgerecht, das ist es auch! Die Demokratie steht und fällt sicher nicht mit Florian Silbereisen, Rosamunde Pilcher und Telenovelas. Ja noch nicht einmal mit Jauch, Plasberg, Will, Illner und Maischberger.

Unsere Demokratie benötigt keine 23 öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und auch keine 80 Radiosender. Noch dazu sind diese Sender alles andere als unabhängig. Die Aufsichtsräte und Intendantenposten sind infiltriert von Politikern. Unabhängigkeit sieht anders aus. Selbst vor Vetternwirtschaft schreckt das System nicht zurück, wie der jüngst vom Spiegel aufgedeckte Fall der Schleichwerbung bei „Wetten, dass..?“ zeigt. Demzufolge verdiente Christoph Gottschalk dank lukrativer Werbeverträge mit dem ZDF im Rahmen der Sendung kräftig mit.

Doch in solchen Fällen stellen sich die Verantwortlichen dann immer dumm. So behauptete ZDF-Intendant Thomas Bellut kürzlich bei Maischberger, er hätte von derartigen Verträgen keine Kenntnis. Oliver Pocher wollte Bellut diese Aussage jedoch nicht abkaufen. Immerhin hat Pocher selbst mal für die ARD gearbeitet und verfügt somit über ein Wissen, das uns leider verborgen bleibt.

Die von den Öffentlich-Rechtlichen veröffentlichten Geschäftsberichte sind nämlich alles andere als aufschlussreich. Wir wissen, dass der Aufwand für Personal und Pensionen enorm hoch ist. Auch, dass Moderatoren nicht selten mit Unsummen von den Privatsendern abgeworben werden. Oder Monika Lierhaus als Botschafterin der „gemeinnützigen“ ARD-Fernsehlotterie 450.000 Euro kassiert. Wie viel die einzelnen Akteure wie Jauch, Plasberg oder Pilawa allerdings verdienen, wissen wir nicht. Aber warum müssen diese Zahlen nicht veröffentlicht werden? Sind wir als Beitragszahler nicht „Teilhaber“?

Die Öffentlich-Rechtlichen loben sich selbst als demokratiesichernd, doch wo bleibt die Demokratie in ihrem System? Warum haben wir als Beitragszahler weder Mitspracherecht beim Personal, noch bei Inhalten? Moderatoren wie Jauch, Pilawa, Plasberg und Will beziehen alle nicht nur fürstliche Gehälter, sie produzieren ihre Sendungen auch noch selbst und kassieren auf diesem Wege gleich noch einmal ab.

Warum das so ist, obwohl ARD und ZDF die Sendungen problemlos selbst produzieren könnten, bleibt ein Geheimnis. Auch, warum die nun aus dem Amt scheidende WDR-Intendantin Monika Piel ein Grundgehalt von 308.000 Euro beziehen soll. Damit erhält sie nahezu ein Drittel mehr als Bundeskanzlerin und Bundespräsident. Schon interessant, dass uns die Intendanten offenbar wichtiger sind als die politischen Führer.

In diesem System herrscht nicht die geringste Transparenz und keinerlei Möglichkeit der Partizipation. Darf es sein, dass der Rundfunkbeitrag dafür verwendet wird, Bayern München den neuen Star-Trainer zu finanzieren? Mit welchem Recht geschieht das? Mit welchem Recht kann das ZDF die private Konkurrenz bei den Übertragungsrechten der Champions League überbieten?

Natürlich bringen die Öffentlich-Rechtlichen auch ab und an mal etwas Vernünftiges hervor. Aber das dürfte bei dem riesigen Aufwand auch zu erwarten sein. Nicht selten senden sie Qualität jedoch völlig kaputt, indem sie das Format ins Nachtprogramm oder gar auf einen der Spartenkanäle verbannen.

In dieser Form sind die Öffentlich-Rechtlichen sicher nicht demokratiefördernd. Im Gegenteil – das qualitativ minderwertige Programm mit Telenovelas, Sport, seichten Unterhaltungs-Shows und -Filmen wirkt wie ein Tranquilizer und lähmt jegliches revolutionäres Potential. Anstatt zum Nachdenken anzuregen, Machtkämpfe zwischen Power-Block und People zu ermöglichen und Dialoge zu fördern, festigt es lediglich den Status quo. Und dieser beinhaltet auch eine verkappte Steuer für einen fetten Staatsapparat.

Samstag, 27. Oktober 2012

Abgekartetes Spiel mit PoliScan Blitzern

Angesichts des dritten Blitzmarathons in Nordrhein-Westfalen, erinnerte ich mich an eine ganz spezielle Strecke, die ich kürzlich gefahren bin. Auf einem Streckenabschnitt zwischen Bottendorf und Marburg (B252 und B3) passierte ich sage und schreibe 12 festinstallierte Blitzer. Zwei Wochen später erhielt ich den freundlichen Hinweis, einer hessischen Gemeinde eine kleine Spende zukommen zu lassen.

Die Strecke ist mir ohnehin in ziemlich schlechter Erinnerung geblieben. Einerseits wegen der zahlreichen Blitzer, andererseits weil es nur sehr schleppend voran ging und ich ständig hinter Lastwagen oder gar bäuerlichen Zugmaschinen herjuckeln musste. An ein gleißendes, rötliches Licht konnte ich mich indes nicht entsinnen. Wohl aber daran, wie mies die Blitzer platziert waren. Versteckt hinter Schildern oder in der Flucht von Bäumen und Straßenlaternen. Ohne entsprechende Warnhinweise, wären sie mir vermutlich gar nicht alle aufgefallen.

Versteckter TraffiTower in Bottendorf
PoliScan speed in Niederwetter
Versteckter TraffiTower in Münchhausen
PoliScan speed in Wetter

Doch als sei das nicht schon dreist genug, handelt es sich bei insgesamt sieben der zwölf Blitzer um einen ziemlich neuen Typus. Die sogenannte PoliScan speed Anlage erfasst nicht nur beide Fahrtrichtungen gleichzeitig, sie benötigt dazu weder Induktionsschleifen in der Fahrbahn, noch wird ein Blitz ausgelöst. Aus diesem Grund konnte ich mich auch nicht an einen Blitz erinnern. Es gab schließlich keinen. 

Wie soll denn der Fahrer sein „Fehlverhalten“ korrigieren können, wenn er gar nicht darauf hingewiesen wird? Ohne Blitz, keine Einsicht! Etliche dieser fiesen Anlagen stehen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sogar auf Tempo 30. Wer die Hinweisschilder übersieht, könnte so theoretisch für sieben Tempoüberschreitungen belangt werden, ohne dass er sich auch nur einer einzigen bewusst wäre. Rechtlich gesehen gäbe es sicherlich allen Anlass, dieses Worst-Case-Szenario als ein einziges Verkehrsvergehen zu ahnden, aber es kann sich ja nicht jeder einen Einspruch, ein Gerichtsverfahren und einen eigenen Gutachter leisten – nicht wahr, Herr Kahn?

Apropos Gutachter, wer sagt uns denn, dass diese Dinger tatsächlich korrekt auslösen? Die Messung ohne Induktionsschleife bei gleichzeitiger Erfassung beider Fahrtrichtungen dürfte selbst die ausgefeilte Laser-Technik vor gewisse Probleme stellen. Wie kann das Gerät die Geschwindigkeit von Autos auf der Gegenfahrbahn ermitteln, wenn diese durch andere Fahrzeuge verdeckt werden (siehe Bild)? Wer garantiert uns denn die zuverlässige und irrtumsfreie Funktion der Anlagen? Klar, der Hersteller. Was aber, wenn dieser zugleich auch Betreiber und Teilhaber der Anlage ist?

Wie der hr in einem defacto-Beitrag offenlegte, unterhält Vitronic genau diese Art von Geschäftsbeziehungen. Die klammen Kommunen bekommen die Anlagen nämlich kostenfrei gestellt. Im Gegenzug kassiert Vitronic fünf Euro pro Bußgeldbescheid. Das nennt man wohl eine Win-Win-Situation. In Münchhausen sorgen laut Bürgermeister vier TraffiTower für monatlich 5.000 verwertbare Fälle. Wenn wir die gleiche Quote für die sieben PoliScan Anlagen voraussetzen, hat Vitronic bereits nach 16 Monaten den kompletten Verkaufspreis von ca. 100.000 Euro pro Gerät erzielt. Zweifellos ein gutes Geschäft.

Um die Verkehrssicherheit geht es da schon lange nicht mehr. Ganz im Gegenteil, je mehr Autofahrer in die fiesen Fallen tappen, desto breiter das Grinsen bei den Vertragspartnern. Und so kommt es dann auch zustande, dass 34 Straßenkilometer zwischen Marburg und Bottendorf mit mittlerweile 17 Blitzern gepflastert sind. Zwar sprach sich selbst die Polizei gegen diesen Wahnsinn aus, wenn es um Geld geht, setzt die Vernunft jedoch allzu oft aus.

Versteckte Blitzer, die weder an Gefahrenstellen platziert werden, noch den Sünder überhaupt auf einen Verstoß aufmerksam machen, tragen sicherlich nicht zur Verkehrssicherheit bei. Sie dienen einzig und allein dem Zweck der Geldmacherei. Wer sollte diesem Wahnsinn Einhalt gebieten? Die Landespolitik? Sicher nicht, schließlich entlasten die Blitzer die Haushalte. Gewiss schadet es auch nicht, dass Vitronics Firmensitz in der Landeshauptstadt Wiesbaden liegt.

Eine so dreiste Abzocke ist wirklich das Allerletzte und bringt sicherlich nicht nur mich zur Weißglut...

Freitag, 31. August 2012

Ausspioniert und abGEZockt: Der Gebühren-Irrsinn

Es ist beschlossene Sache. Ab 2013 muss jeder Haushalt eine Zwangsabgabe für die Öffentlich-Rechtlichen entrichten. Dabei ist es vollkommen gleich, ob man überhaupt Empfangsgeräte besitzt oder nicht. Dieser Gebühr kann sich niemand mehr entziehen. Da wirkt es wie blanker Hohn, dass sich die Gebühr künftig „Beitrag“ schimpft!

Beitrag? Einen solchen entrichte ich für meinen heimischen Sportverein. Und zwar zu dessen Unterstützung und absolut freiwillig! Der Rundfunk-„Beitrag“ ist aber alles andere als freiwillig. Ich kann weder Austreten, noch habe ich ein demokratisches Recht auf Mitbestimmung. Das ist kein Beitrag, das ist eine Zwangsabgabe, eine Steuer.

Doch damit nicht genug, der Irrsinn geht noch weiter. Um auch wirklich jedem auf die Schliche zu kommen, werden Vermieter verpflichtet, der GEZ Auskunft über ihre Mieter zu erteilen. Darüber hinaus ist es der GEZ sogar gestattet aktuelle Melderegister zu durchforsten. Damit verfügt sie übrigens über mehr Kompetenzen als Strafverfolgungsbehörden. Datenschutz, Persönlichkeitsrecht und Demokratie werden völlig außer Kraft gesetzt. Orwell lässt grüßen.

Schätzungen zufolge dürften sich die zukünftigen Einnahmen Eintreibungen der Öffentlich-Rechtlichen auf ca. 8 – 10 Milliarden Euro belaufen. Wer jetzt aber glaubt, dass die Sender über die Verwendung der Gelder Rechenschaft ablegen müssten, ist auf dem Holzweg. Wohin das Geld letztendlich wandert, bleibt ein Geheimnis.

Mit dem ursprünglichen öffentlichen Auftrag zur Grundversorgung hat die Praxis der Öffentlich-Rechtlichen freilich schon längst nichts mehr zu tun. Es gibt mittlerweile sage und schreibe 23! öffentlich-rechtliche Fernsehsender, 80! Hörfunksender, zahlreiche Online-Mediatheken und sogar Smartphone-Apps. Die größte Gebühren-Verschwendung ist jedoch zweifellos die Übertragung der Fußball Champions-League.

Das ZDF hat sich die Übertragungsrechte übrigens satte 50 Millionen Euro kosten lassen. Ein Preis, bei dem die private Konkurrenz ausgestiegen ist. Das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen: Ein gebührenfinanzierter Sender - dessen Budget dank der lächerlich hohen Gebühren praktisch unerschöpflich ist – sticht sämtliche Privatsender aus. Das ist Wettbewerbsverzerrung par excellence.

Mal ganz davon abgesehen, dass es sich dabei um eine Zweckentfremdung von Zwangsabgaben handelt, dürften die Öffentlich-Rechtlichen aufgrund ihres Finanzierungsmodells gar nicht in den freien Wettbewerb eintreten. Aber ruft das die Wettbewerbshüter auf den Plan? – Nein! Für die Öffentlich-Rechtlichen scheinen die Gesetze unserer demokratischen Gesellschaft schlicht nicht zu gelten. Und so wird die GEZ künftig wohl statt Zahlungsaufforderungen nur noch Dankesschreiben versenden: „AbGEZockt – vielen Dank für Ihren Beitrag!“

Samstag, 7. Juli 2012

Die Telekom und die Kingeltonmafia - Part II

Da stand ich nun. Im zweiten Monat in Folge stellte mir die Telekom Dienste von Jamba in Rechnung. Dass dies zu Unrecht geschah, muss nicht weiter betont werden. Doch wie konnte das möglich sein? Als mir der erstmalige Betrug im Vormonat mittels Kundencenter-App aufgefallen war, hatte ich veranlasst, meine Rufnummer für Drittanbieter zu sperren.

Mehr könne man zu diesem frühen Zeitpunkt nicht tun. Mit diesen Worten hatte mich eine Servicemitarbeiterin der Telekom bei meinem Beschwerdeanruf vertröstet. Also das gleiche nochmal. 2202 gewählt und die vertraute Bandansage antwortete:

„Herzlich willkommen beim Kundenservice der Telekom. Was kann ich für Sie tun?“

„Kundenberater!“
„Ich verbinde Sie jetzt mit einem Kundenberater...“
Tuut-tuut... Verbindung abgebrochen.
Das Ganze wiederholte sich noch einige Male, ehe es etwa zehn Minuten später zu folgendem Wortwechsel mit der Hotline kam.

„Herzlich willkommen beim Kundenservice der Telekom. Was kann ich für Sie tun?“
„Kundenberater!“
(mittlerweile in einem aggressiven Ton)
„Bitte präzisieren Sie Ihr Anliegen.“
„Rechnung!“
„Bitte setzen Sie sich hierzu mit einem Kundenberater in Verbindung...
Sie befinden sich jetzt wieder im Hauptmenü. Was kann ich für Sie tun?“


Eine flüchtige Bekannte, ihres Zeichens Telekom-Mitarbeiterin, hatte mir mal erzählt, dass ihr Geschäftswagen schon mehrfach von Unbekannten beschädigt wurde. Sie vermutete, es läge am Telekom-Branding. Und ganz ehrlich, in diesem Moment hatte ich Verständnis für all die Vandalen, die Ihren Frust am Eigentum der Telekom ausließen.

Als ich dann endlich eine Servicemitarbeiterin an der Strippe hatte, war diese verständlicherweise gerade nicht um Ihren Job zu beneiden. Wie sich dann allerdings herausstellte, war auch ich nicht zu beneiden, geriet ich doch an die wohl renitenteste, dummdreisteste Mitarbeiterin des gesamten Callcenters.

Es begann damit, dass sie behauptete, ich hätte die Sperrung für Drittanbieter erst für den nächsten Monat veranlasst. Da platzte mir dann doch der Kragen. Wie unverschämt kann man eigentlich sein? Mir wird also folgende sinnhafte Handlung unterstellt: Ich rufe an, um mich über eine betrügerische Abbuchung zu beschweren, verlange aber die Einzugsberechtigung des Drittanbieters erst für den übernächsten Monat zu sperren, damit sich Jamba noch einen weiteren Monat auf meine Kosten bereichern kann. So etwas nenne ich einen äußerst kreativen Umgang mit der Wahrheit. Und argumentativ so schlüssig.

Der habe ich was ins Telefon gehustet. Doch weiter im Text. Mit welchem Recht erdreistet sich die Telekom eigentlich, von ihren Kunden Geld für Verbrecher einzutreiben? Da wollte mir die Servicemitarbeiterin doch ernsthaft erzählen, dass dies vom Gesetzgeber vorgeschrieben sei.

Entschuldigung, aber das glaube ich nicht! Das mag im Vertrag zwischen Jamba und Telekom stehen, aber sicher nicht in Gesetzestexten. Meine Internet-Recherchen lassen da auch keinen anderen Schluss zu. Tatsächlich haben aber schon Mobilfunkanbieter ihren Kunden Inkassounternehmen auf den Hals gehetzt, da diese ihre Rechnung nur abzüglich der Drittanbieterkosten beglichen hatten.

Ich finde es äußerst bedenklich, dass sich ein Premiumanbieter zum Knecht der Klingeltonmafia macht. Anstatt die Kunden vor Betrügern zu schützen, treibt die Telekom auch noch Geld für solche ein. Damit macht sich die Telekom mitschuldig, schließlich sind die Machenschaften von Jamba und Co. hinlänglich bekannt.

Daraufhin offenbarte die Servicemitarbeiterin ihre ganze Beschränktheit:
„Jamba ist nicht unseriös. Schauen Sie sich doch einfach mal die Werbung an!“
„Ja gute Frau, wer im großen Stile für sich wirbt, der kann nur seriös sein. Da haben Sie Recht! Wobei, war nicht genau das die Masche von diesem Meyer? Diesem Maschmeyer?“

Am liebsten hätte ich der Frau mit dem Nacktscanner das Oberstübchen durchleuchtet. So viel Dummheit muss doch pathologisch sein!

Ich sagte ihr noch, dass ich weder Zeit noch Lust hätte, hinter meinem Geld herzulaufen und ich eigentlich davon ausging, dass mich die Telekom vor Betrügern schützt, anstatt sich zu deren Komplizen zu machen. Für mich ist das ein absoluter Kündigungsgrund! Das ist kein Service, das ist betrügerische Abzocke!

Und ich glaube nicht, dass die dann folgenden Worte der Telekom-Mitarbeiterin so autorisiert waren:
„Ja, dann kündigen Sie eben. Für Sie kommen dann andere Kunden wieder zu uns.“
„Und das ist genau die Arroganz, an der die Telekom noch mal zu Grunde geht! Guten Tag!“


Nachdem ich Jamba mit rechtlichen Schritte gedroht hatte, wurde mir der entsprechende Betrag übrigens über die Mobilfunkrechnung wieder gutgeschrieben. Tipps, sich gegen diese Abzocke zu wehren, finden sich z.B. hier:
rechtstipps.net
Kanzlei Hollweck

Mittwoch, 27. Juni 2012

Die Telekom als Vehikel der Klingeltonmafia?

Was mich wirklich zur Weißglut bringt? – Jamba! Crazy Frog, Schnuffel, Partner-Tracker und Nacktscanner... Welch degeneriertem Hirn entspringt so ein Bullshit? Und mit welchem Recht darf man die Menschheit mit solch geistigen Ausfällen belästigen? Schon gut, ich ziehe die Frage zurück. Schließlich wurden kürzlich sogar Rekordnationalspieler im TV gesichtet, die an der Zubereitung eines Spiegeleies scheitern.

Ich bildete mir jedoch ein, zumindest die Wahl zu haben, ob ich mir so etwas wie Loddar oder Schnuffel antue oder nicht. Doch weit gefehlt. Kürzlich brachte mich ein Blick auf die aktuellen monatlichen Kosten meines Mobilfunkvertrags zur Weißglut. Da wurden 4,99 Euro für „Sonstige Anbieter“ veranschlagt. Aber nicht mit mir, Freunde der Sonne.

Nachdem die Telekom-Hotline den wütenden Ruf nach einem Kundenberater vernommen hatte, wurde ich kurz darauf auch mit einem solchen verbunden. Angeblich hätte man jedoch keinen Zugriff auf Rechnungsdaten des laufenden Monats. Man könne lediglich meinen Anschluss für künftige Abbuchungen von Drittanbietern sperren.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass jeder anhand meiner Telefonnummer Ansprüche bei meinem Mobilfunkanbieter anmelden darf und dieser ohne Prüfung der Ansprüche das Geld bei mir einkassiert. Sind die Forderungen ungerechtfertigt, verweist die Telekom auf den Drittanbieter. Das stinkt doch zum Himmel!

Mein Geldinstitut ist da wesentlich kooperativer. Wenn da jemand mein Konto belastet und ich dagegen Einspruch einlege, beschafft mir das Institut mein Geld zurück! Und siehe da. Auf der Telekom-Website ist von Kooperationspartnern die Rede, die ihre Dienste über die Telefonrechnung abrechnen können. Demzufolge unterhält die Telekom also geschäftliche Beziehungen zur Klingeltonmafia und hat daher vermutlich auch gar kein Interesse daran, die eigenen Kunden vor der Abzocke zu schützen.

Am Monatsende stand schließlich fest, dass die Jesta Digital GmbH (Jamba) mich um besagte 4,99 Euro erleichtert hat. Und als sei dieser Betrug nicht schon dreist genug, ist der Anbieter telefonisch nur unter einer kostenpflichtigen Nummer erreichbar. Also habe ich kurzerhand eine böse Mail aufgesetzt, in der ich rechtliche Schritte androhte, sollte mir das Geld nicht umgehend zurückerstattet werden. Jamba versuchte sich gar nicht erst zu rechtfertigen und sicherte mir eine Rückerstattung zu. Frei nach dem Motto: „Man kann es ja mal versuchen“.

Im Übrigen will die Telekom nun auch im Folgemonat wieder 4,99 Euro für ihren Kooperationspartner von mir einziehen. Ich habe ja gehört, dass die Telekom abseits des Kerngeschäfts neue Märkte erschließen will und muss, aber doch nicht so! Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen...
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